Mattsee: Anklage nach Leichenfund in Mülltonne

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In der Garage neben dem Haus in Mattsee wurde die Leiche von Polizisten entdeckt.
In der Garage neben dem Haus in Mattsee wurde die Leiche von Polizisten entdeckt. - © SALZBURG24
Nach dem Fund der Leiche eines 73-jährigen Salzburgers in dessen Plastiktonne in Mattsee (Flachgau) im Juni 2017 hat die Staatsanwaltschaft Salzburg nun Anklage gegen eine 61-jährige Deutsche wegen Körperverletzung mit Todesfolge und anderer Delikte erhoben. Die Frau, die offenbar eine intime Beziehung zu dem Pensionisten führte, soll ihm nach der Einnahme von Potenzmitteln mehrere Schlaftabletten verabreicht haben.

Gegen die Frau wurde zunächst wegen Mordverdachtes ermittelt. Die Todesursache konnte aber nicht geklärt werden. Schließlich wurde die U-Haft wegen dringenden Tatverdachts in Richtung Vermögensdelikte verlängert. Laut der Beschuldigten hat der Besitzer des Hauses im Flachgau vermutlich ein Potenzmittel genommen. Da ihr die Sexspiele mit ihm zu viel geworden seien, habe sie ihm sechs Schlaftabletten gegeben. Einen Tag später habe sie den Pensionisten tot in seinem Bett aufgefunden und die Leiche dann in den Container in seiner Garage gesteckt.

Berlinerin im Fokus der Ermittlungen

“Sie hat den Mann außer Gefecht setzen wollen und dabei in Kauf genommen, dass sie ihn an der Gesundheit schädigt, wobei der Tod fahrlässig eingetreten ist”, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Fischer, am Donnerstagnachmittag vor Journalisten. Die Beschuldigte soll anschließend das Auto des Verstorbenen verkauft und auch Bestellbetrügereien begangen haben. Nach der in Berlin geborenen Frau wurde auch in ihrer Heimat wegen Betrugsverdachts gefahndet. Die deutschen Behörden stellten einen Auslieferungsantrag.

Ermittlungen ergaben, dass die zwei Mal geschiedene Frau in Deutschland bereits 15 Mal vor Gericht gestanden ist, elf Mal davon wegen Vermögensdelikten. Im Jahr 2016 zog die Arbeitslose nach Mondsee (OÖ) zu einem Mann, unter dessen Namen sie einige Bestellbetrügereien verübt haben soll.

Lange Haftstrafe droht

Der Strafrahmen des angelasteten Deliktes “Körperverletzung mit tödlichem Ausgang” beträgt ein bis fünfzehn Jahre Haft. Die Frau wurde auch wegen Störung der Totenruhe, schweren Diebstahls, gewerbsmäßigen schweren Betruges, Urkundenunterdrückung und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel angeklagt. Die Anklage ist noch nicht rechtswirksam. Weiters haben die deutschen Behörden einen Auslieferungsantrag gestellt, weil die Beschuldigte in Augsburg noch eine Haftstrafe wegen Vermögensdelikte zu verbüßen hat.

(APA)

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