Anschläge auf Truppen des libyschen Generals Haftar

Auf die Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Khalifa Haftar sind am Dienstag zwei Selbstmordattentate verübt worden. Die Anschläge hätten den Süden der Stadt Derna erschüttert, sagte ein Sprecher von Haftars Truppen. Die Zahl der Anschlagsopfer war unklar. Den Angaben zufolge waren auch Zivilisten darunter, da das Dach eines Wohnhauses eingestürzt sei.

Am Montagabend seien zudem zwei Kämpfer von Haftars Truppen bei einem weiteren Selbstmordanschlag getötet worden, sagte der Sprecher. Drei weitere Kämpfer seien dabei verletzt worden.

Haftars selbst ernannte Nationale Libysche Armee (NLA) versucht seit mehreren Wochen, Derna einzunehmen. Die Stadt ist die einzige im Osten Libyens, die sich der Kontrolle des Generals entzieht. Dort herrscht eine Allianz aus Islamisten und jihadistischen Milizen, darunter auch dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Gruppen. Sie stehen sowohl Haftar als auch der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) feindlich gegenüber.

Trotz Anschläge und Widerstandsnester rückte die NLA rasch vor, hieß es am Dienstag. Federica Saini Fasanotti vom Washingtoner Thinktank Brookings sieht hingegen einen raschen militärischen Sieg nicht in Aussicht. In der Stadt Benghazi herrsche fast ein Jahr nach der von der NLA verkündeten Befreiung noch kein Frieden, führte sie an. Sozial gesehen sei die Offensive in Derna für Haftar bereits ein Desaster, so Fasanotti.

Seit deren Beginn sind Lebensmittel und Medikamente in der 120.000 Einwohner zählenden Stadt knapp, Elektrizitäts- und Wasserversorgung sowie Telefon- und Internetverbindung oft unterbrochen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte am Montag in einer Aussendung vor einer “humanitären Katastrophe” und rief die Konfliktparteien dazu auf, Hilfslieferungen uneingeschränkt zuzulassen und Zivilisten zu erlauben, vor den Kampfhandlungen zu fliehen.

Das Rote Kreuz in Libyen hat eigenen Angaben zufolge Hilfe für 6.000 Menschen im westlichen Stadtteil Bab Tobruk in die Wege geleitet. Auch Tausende in umliegende Gebiete geflüchtete Menschen werden versorgt.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar Al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert. Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit unter Regierungschef Fayez al-Sarraj wird von einer Gegenregierung infrage gestellt, die mit Hilfe von Haftars Truppen im Osten von Libyen herrscht. Die rivalisierenden Regierungen einigten sich Ende Mai bei einem Treffen in Paris auf Parlaments- und Präsidentenwahlen am 10. Dezember.

(APA/ag.)

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