Anschlag in London: Weitere Verdächtige verhaftet

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Zwei weitere Personen wurden in Birmingham festgenommen.
Zwei weitere Personen wurden in Birmingham festgenommen. - © APA/ERNST WEISS
Nach dem tödlichen Anschlag in London hat die britische Polizei zwei weitere Verdächtige gefasst. Scotland Yards Anti-Terror-Beauftragter Mark Rowley sprach am Freitag von zwei “bedeutsamen” Festnahmen in der Nacht. Seinen Angaben zufolge waren damit insgesamt neun Verdächtige in Gewahrsam.


Rowley gab den Geburtsnamen des Angreifers mit Adrian Russell Ajao an und bat die Öffentlichkeit um Informationen zu dem gebürtigen Briten. Die Polizei hatte die Identität des Angreifers am Donnerstag zunächst mit Khalid Masood angegeben. Sie verwies aber darauf, dass er unter einer Reihe von Decknamen bekannt gewesen sei. Der 52-Jährige wurde in der südostenglischen Grafschaft Kent geboren, wuchs dort in Rye auf und lebte zuletzt in der Region West Midlands.

Birmingham als Hochburg der Islamistenszene

Dort liegt auch die Stadt Birmingham, die als Hochburg der Islamistenszene in Großbritannien gilt und in der die Polizei mehrere Razzien vornahm. Das bei dem Anschlag verwendete Fahrzeug wurde laut BBC ebenfalls in Birmingham angemietet. Der Täter soll nach Zeugenaussagen bis zum vergangenen Juni mit Frau und Kindern in der Großstadt gelebt haben. Zeugen beschreiben ihn als “sehr religiös”.

Britische Medien berichteten, Masood sei zum Islam konvertiert und habe 2004 eine Muslimin geheiratet. Später habe er in Saudi-Arabien gearbeitet, wo er sich vor seiner Rückkehr nach Großbritannien im Jahr 2009 radikalisiert habe. Die Boulevardzeitung “Sun” schrieb, Masood sei vor der Tat in der südlichen Küstenstadt Brighton in einem Hotel abgestiegen. Die Polizei durchsuchte das Hotel, nachdem sie im Tatfahrzeug eine entsprechende Rechnung fand.

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If you have any information about Khalid Masood please contact us via the Anti-Terrorist hotline which is 0800 789 321 #WestminsterAttack

Ermittler versuchen Mittäter und -wisser auszuforschen

Rowley sagte, die Ermittlungen konzentrierten sich auf das Motiv des Täters und die Vorbereitung des Anschlags. Die Polizei versuche herauszufinden, ob der Mann ganz allein handelte oder ob andere ihn ermutigten, unterstützten oder anleiteten.

Zwischen 1983 und 2003 geriet Masood mehrfach mit der Justiz aneinander. Er wurde wiederholt wegen Körperverletzung, Waffenbesitzes und Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt und inhaftiert. Er galt aber nicht als Gefährder, und es liefen zuletzt keine Ermittlungen gegen ihn. Premierministerin Theresa May zufolge war Masood jedoch vor einigen Jahren bei Ermittlungen zu “gewalttätigem Extremismus” als “Randfigur” ins Visier des Geheimdienstes MI5 geraten.

Attentäter tötete zwei Touristen und einen Polizisten

Der Täter hatte am Mittwochnachmittag auf der Westminster-Brücke mit seinem Auto Fußgänger angefahren und dabei eine 43-jährige Britin und einen 54-jährigen Touristen aus den USA getötet. Anschließend erstach er einen 48-jährigen Polizisten vor dem Parlament, bevor ihn die Polizei erschoss. Ein bei dem Anschlag schwer verletzter 75-Jähriger starb am Donnerstagabend im Krankenhaus. Laut Rowley gab es mindestens 50 Verletzte. Von ihnen wurden 31 im Krankenhaus behandelt, darunter zahlreiche ausländische Touristen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich. Es war der erste Anschlag auf britischem Boden, zu dem sich der IS bekannte.

Große Trauer in London/ APA/AFP Große Trauer in London/ APA/AFP ©

Große Trauer: Opfergedenken in London

Am Donnerstagabend versammelten sich hunderte Menschen zum Gedenken an die Opfer in der britischen Hauptstadt. “Die Londoner lassen sich niemals vom Terrorismus einschüchtern”, sagte Bürgermeister Sadiq Khan auf dem Trafalgar Square. Auf dem Platz im Herzen Londons zündeten die Teilnehmer der Trauerkundgebung Kerzen an oder legten Blumen nieder. Auf Schildern waren Botschaften wie “Hass wird uns nicht spalten” zu lesen. “Wir haben keine Angst”, lautete eine andere Parole.

Der Tod des unbewaffneten Polizisten Keith Palmer löste eine Welle der Solidarität aus. Zwei Tage nach der Bluttat sind für die Familie des Polizisten bereits mehr als 550.000 Pfund (637.511 Euro) an Spenden zusammengekommen, wie am Freitagnachmittag der Webseite “Just Giving” zu entnehmen war.

Am Freitag fand London allmählich zur Normalität zurück. Sämtliche Straßen rund um das Parlaments- und Regierungsviertel waren für den Verkehr freigegeben.

(APA)

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