Anwalt von türkischem Oppositionsführer festgenommen

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In der Türkei wird hart gegen die Opposition vorgegangen
In der Türkei wird hart gegen die Opposition vorgegangen - © APA (AFP)
Einer der Anwälte des türkischen Oppositionsführers Kemal Kilicdaroglu ist im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Gülen-Bewegung festgenommen worden. Die Polizei habe Celal Celik am Freitag in Ankara in Gewahrsam genommen, bestätigte ein Sprecher am Freitag. Inzwischen forderte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel eine Debatte über einen möglichen Missbrauch von Interpol durch die Türkei.

Man sei über die Details der Ermittlungen noch nicht informiert worden. Celik vertrete sowohl Kilicdaroglu als auch dessen Partei, die kemalistische Mitte-Links Partei CHP (Republikanische Volkspartei), in einigen Fällen vor Gericht.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Istanbuler Staatsanwaltschaft führe Ermittlungen gegen Celik wegen Verbindungen zu der Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Führung für den Putschversuch vom vergangenen Jahr verantwortlich macht. Indiz sei unter anderem, dass Celik das Abonnement des TV-Anbieters Digitürk gekündigt habe, nachdem Gülen-nahe Fernsehkanäle aus dem Angebot genommen wurden.

CHP-Sprecher Bülent Tezcan sagte nach Angaben von DHA: “Das zu akzeptieren ist nicht möglich”. Celik habe sich immer gegen die Gülen-Bewegung engagiert.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel forderte eine Debatte in der EU über möglichen Missbrauch der Polizei-Organisation Interpol durch die Türkei. Dies meldete der Westdeutsche Rundfunk am Freitag unter Berufung auf einen Brief, den Gabriel gemeinsam mit seiner schwedischen Kollegin Margot Wallström an die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini geschickt habe.

“Wir sind besorgt über den bloßen Verdacht, dass eine zuverlässige und angesehene internationale Organisation wie Interpol für politisch motivierte Haftbefehle vonseiten der türkischen Regierung missbraucht wird”, zitiert der Sender aus dem Schreiben.

Dabei geht es um die Festnahme des Kölner Autoren Dogan Akhanli und des schwedisch-türkischen Schriftstellers Hamza Yalcin im August in Spanien. Grundlage war ein Interpol-Fahndungsaufruf der türkischen Regierung.

“Wir befürchten, dass Herr Akhanli und Herr Yalcin von der türkischen Regierung aus politischen Gründen gesucht werden könnten”, heißt es laut WDR in dem Schreiben. Mogherini solle eine Diskussion über den Fall unter EU-Mitgliedstaaten anstoßen. Schließlich sei die EU insgesamt davon betroffen.

(APA/dpa)

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