Arbeitslosigkeit stieg im Oktober um 0,4 Prozent

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411.951 Menschen waren im Oktober ohne Job
411.951 Menschen waren im Oktober ohne Job - © APA
Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober erneut gestiegen. 340.779 Personen waren als arbeitslos vorgemerkt, um 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Inklusive Schulungsteilnehmer waren 411.951 Menschen ohne Job, ein Plus von 0,3 Prozent. Besonders betroffen vom Anstieg waren ältere Personen und Ausländer. Die Jugendarbeitslosigkeit war hingegen den 12. Monat in Folge rückläufig.

41.864 Jugendliche waren im Oktober auf Jobsuche, ein Rückgang von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den jüngsten Jobeinsteigern im Alter von 15 bis 19 Jahren lag die Arbeitslosigkeit um 5,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei den 20-bis 24-Jährigen gab es einen Rückgang von 6,5 Prozent. Das teilte das Sozialministerium am Mittwoch mit.

Hingegen waren deutlich mehr junge Menschen, nämlich 7.074, auf Lehrstellensuche (+8 Prozent). Gleichzeitig gab es aber mehr offene Lehrstellen (4.663, +11,4 Prozent), sodass die Lehrstellenlücke mit 2.411 fast konstant geblieben ist (+48). Einen Lehrstellenüberhang gab es in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

Andere Personengruppen hatten es auf dem Arbeitsmarkt deutlich schwerer. Bei älteren Personen ab 50 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit um 6,4 Prozent, bei Ausländern um 6 Prozent. Bei Menschen mit gesundheitlichen Problemen – das war mehr als jeder fünfte Arbeitslose – betrug die Zunahme 8,4 Prozent.
Arbeitslose-in-Östereich-im-Oktober-=Länger als ein Jahr auf Jobsuche

16,6 Prozent aller Arbeitslosen waren länger als 12 Monate auf Jobsuche. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Oktober rapide an – um 27 Prozent auf 56.606 Menschen. Im Schnitt waren die Leute heuer sechs Tage länger auf Jobsuche, nämlich 132 Tage bzw. mehr als vier Monate.

Auch die Frauenarbeitslosigkeit nahm leicht zu – um 0,9 Prozent auf 156.011 Personen. Absolut gesehen waren im Oktober deutlich mehr Männer (184.768) auf Jobsuche, wenngleich die Männerarbeitslosigkeit stagnierte. Positiv entwickelte sich auch die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Inländer (-1,7 Prozent auf 240.797).

Beschäftigung angestiegen

Die Beschäftigung ist erneut kräftig angestiegen. Die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten erhöhte sich um 1,6 Prozent. Seit Jahresbeginn fanden 516.000 Personen (+2,3 Prozent) wieder einen neuen Job. Der Bestand an offenen Stellen stieg um mehr als 28 Prozent.

Bis auf das Gesundheits- und Sozialwesen (+1,6 Prozent) war die Arbeitslosigkeit in den großen Branchen rückläufig bzw. stagnierte. Den größten Rückgang gab es am Bau (-7,7 Prozent). Im Tourismus ging die Zahl der Jobsuchenden um 1,9 Prozent zurück, bei den Leiharbeitern um 1,4 Prozent und bei der Herstellung von Waren um 2,5 Prozent. Im Handel veränderte sich die Arbeitslosigkeit nicht.

Viele Wiener arbeitslos

Die meisten Menschen waren erneut in Wien auf Jobsuche (123.663); in der Bundeshauptstadt stieg die Arbeitslosigkeit um 2,4 Prozent. Den größten Zuwachs verzeichnete im Oktober aber Niederösterreich (+2,8 Prozent), in Oberösterreich gab es um 1,8 Prozent mehr Jobsuchende. In allen anderen Bundesländern war die Arbeitslosigkeit rückläufig, allen voran in Tirol (-7,2 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit nach österreichischer Berechnung schrumpfte um 0,1 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent. Für die Quote nach internationaler Definition des EU-Statistikamts Eurostat lag in der Früh nur der August-Wert vor, nämlich 6,2 Prozent (+0,5 Prozentpunkte). Die Jugendarbeitslosigkeit betrug nach dieser Berechnung 10,8 Prozent (-0,1 Prozentpunkte). Österreich hatte damit in der EU die drittkleinste Jugendarbeitslosenquote nach Deutschland (6,9 Prozent) und den Niederlanden (10,5 Prozent). Zum Vergleich: den traurigen Rekord stellten Spanien und Griechenland, wo jeweils rund 43 Prozent der Jugendlichen keinen Job hatten. Der EU-Schnitt lag bei 18,6 Prozent.

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) verwies auf bereits gesetzte Arbeitsmarktmaßnahmen der Regierung, etwa die Ausbildungsgarantie bis 25. “Für ein Sinken der Arbeitslosigkeit sind angesichts des weiter steigenden Arbeitskräftepotentials und der nach wie vor verhaltenen internationalen Wirtschaftsentwicklung jedoch auch in Zukunft weitere Maßnahmen nötig”, mahnte er.

(APA)

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