Arbeitsmarktdaten: Salzburg im Bundesländervergleich im Spitzenfeld

Akt.:
4Kommentare
Arbeitslosigkeit ist in Salzburg ein geringeres Problem als anderswo.
Arbeitslosigkeit ist in Salzburg ein geringeres Problem als anderswo. - © LMZ/Wieser
Mehr Beschäftigte, weniger Arbeitslose: Salzburg steht in Sachen Arbeit gut da, im Bundesländervergleich ist man österreichweit Spitze. Die Zahl der Arbeitslosen soll über das Jahr gesehen weiter sinken.

Die neueste Ausgabe des Berichtes der Landesstatistik über den Salzburger Arbeitsmarkt der ersten drei Quartale des Jahres 2016, der am Freitag veröffentlicht wurde, schafft einen guten Überblick über die Entwicklung der Situation am Arbeitsmarkt im bisherigen Jahresverlauf. Aus der Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen lässt sich ableiten, dass sich sowohl die Zahl der unselbstständig Beschäftigten als auch die Zahl der Arbeitslosen in den ersten drei Quartalen 2016 günstiger entwickelt haben als im Jahr 2015 und somit laut aktueller Prognose die Arbeitslosenrate 2016 mit 5,7 Prozent wieder auf das Niveau von 2014 sinken wird.

Salzburg zeigt mit guten Arbeitsmarktdaten auf

„Im Vergleich der österreichischen Bundesländer liegt Salzburg damit bei den Arbeitsmarktdaten weiterhin im Spitzenfeld. Sowohl bei der Gesamtarbeitslosenquote als auch bei der Senioren- und Jugendarbeitslosenrate erreicht Salzburg jeweils den ersten oder zweiten Platz. Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen ist in den ersten drei Quartalen mit rund sechs Prozent erfreulicherweise überproportional stark gesunken. Zwar hat auch die Anzahl der jugendlichen Beschäftigten in diesem Zeitraum abgenommen, nämlich um 1,8 Prozent, aber insgesamt führte dies zu einer Verringerung der Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen um 0,2 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent“, fasste Wirtschafts- und Arbeitsmarktreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) in einer Aussendung die wichtigsten Ergebnisse des Berichts der Landesstatistik zusammen.

Haslauer: Situation am Arbeitsmarkt weiter schwierig

“Trotz dieser für Salzburg erfreulichen Entwicklung bedeutet dies nicht, dass wir uns der nach wie vor schwierigen Situation am Arbeitsmarkt nicht bewusst sind. Wir müssen auch weiterhin Maßnahmen in vielen Bereichen setzen, um dem Arbeitsmarkt dauerhaft neuen Aufschwung zu verleihen und möglichst viele Personen ohne Arbeit wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so der Landeshauptmann weiter.

„Neben den vielen mit den Sozialpartnern akkordierten Impulspaketen im Bereich Ausbildung und Zusatzqualifikation, sozialer Eingliederung, Konjunktur und Beschäftigung oder der Arbeitsmarktintegration von Asylberechtigten sollten wir als wichtigsten Faktor die Belebung der Wirtschaft und die Schaffung der dafür notwendigen Rahmenbedingungen immer im Auge behalten“, sagte Haslauer.

Arbeitslosenrate klar unter dem Österreich-Wert

Die wichtigsten Ergebnisse der Entwicklung auf dem Salzburger Arbeitsmarkt in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 fasst Gernot Filipp, der Leiter der Landesstatistik Salzburg, zusammen:

Die ersten drei Quartale des Jahres 2016 ergaben einen weiteren Anstieg der Zahl der unselbstständig Beschäftigten in Salzburg, sodass sich der Beschäftigtenstand um 1,3 Prozent oder mehr als 3.200 Beschäftigte auf gut 250.400 erhöht hat. Zugleich ist in den ersten drei Quartalen die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen deutlich gesunken, und zwar um 3,4 Prozent auf rund 14.450.

Im Vergleich mit Österreich ist damit in Salzburg der Anstieg der unselbstständig Beschäftigten (Österreich: +1,4 Prozent) in den ersten drei Quartalen ähnlich hoch ausgefallen. Bei der Zahl der der Arbeitslosen gab es österreichweit im Gegensatz zu Salzburg einen Anstieg (Österreich: +1,4 Prozent). Aus den Veränderungen der Zahl der unselbstständig Beschäftigten und der Personen ohne Arbeit ergibt sich für Salzburg eine Arbeitslosenrate von 5,5 Prozent, die damit um 3,5 Prozentpunkte unter dem Österreichwert von 9,0 Prozent liegt.

Salzburg mit den wenigsten Arbeitslosen

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2016  waren in allen neun Bundesländern mehr Personen unselbstständig beschäftigt als ein Jahr zuvor, wobei die Zuwächse zwischen 1,0 (Burgenland, Kärnten) und 1,7 Prozent (Tirol, Vorarlberg) variierten. Bei der Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen gab es dagegen deutlichere Unterschiede. Während die Zahl der Arbeitslosen in den drei westlichen Bundesländern Tirol (­ 6,3 Prozent), Salzburg (­ 3,4 Prozent) und Vorarlberg (­ 1,4 Prozent) sowie im südlichsten Bundesland Kärnten (­ 0,5 Prozent) zurückging, waren in den anderen fünf Bundesländern im Jahr 2016 (1.­3. Quartal) mehr Personen ohne Arbeit als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wobei das Plus in Wien mit 3,8 Prozent am stärksten war. Bei der Arbeitslosenrate führt Salzburg im bisherigen Jahresverlauf mit 5,5 Prozent den Bundesländervergleich vor Vorarlberg (5,8 Prozent) und Oberösterreich (6,1 Prozent) an, während Kärnten (10,7 Prozent) und Wien (13,6 Prozent) mit Arbeitslosenraten von mehr als zehn Prozent am Ende dieser Rangreihe liegen.

Verbesserung gegenüber Vorjahr

Für das Gesamtjahr 2016 wird in Salzburg das Beschäftigungswachstum mit rund 1,5 Prozent jenem in Gesamtösterreich entsprechen, während die Zahl der Arbeitslosen im Gegensatz zu Österreich leicht zurückgehen wird. Die Arbeitslosenrate dürfte damit für 2016 mit 5,7 Prozent leicht unter dem Niveau des Jahres 2015 liegen.

Weniger arbeitslose Männer und Jugendliche

Im bisherigen Jahresverlauf fiel das Beschäftigungswachstum der Männer mit 1,4 Prozent stärker aus als jenes der Frauen mit 1,1 Prozent. Auch bei der Arbeitslosigkeit verlief die Entwicklung bei den Männern mit einem Minus von 4,3 Prozent günstiger als bei den Frauen, die einen Rückgang um 2,2 Prozent verbuchen konnten. Die Arbeitslosenrate der Männer ist mit 6,0 Prozent jedoch weiterhin deutlich höher als jene der Frauen mit 4,9 Prozent. Bei der Unterscheidung nach dem Alter steht einem Beschäftigungsminus bei den Jugendlichen im Ausmaß von 1,8 Prozent ein vor allem demografisch bedingtes Plus bei den älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von 6,4 Prozent gegenüber. Durch den Rückgang der Zahl der arbeitslosen Jugendlichen um 5,8 Prozent und den Anstieg der Zahl der arbeitslosen Älteren um 2,4 Prozent ist die Arbeitslosenrate der Jugendlichen mit 5,6 Prozent erneut niedriger als jene der mindestens 50-Jährigen mit 6,0 Prozent.

Dienstleistungssektor wächst, produzierender Bereich stagniert

Mit einem Plus von 1,8 Prozent hat sich die stärkere Beschäftigungsdynamik im Dienstleistungsbereich auch in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 fortgesetzt. Im produzierenden Bereich waren hingegen im Zeitraum Jänner bis September 2016 lediglich um 0,2 Prozent mehr Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer unselbständig beschäftigt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was de facto einer Stagnation entspricht. Die Analyse der Arbeitslosen nach fünf ausgewählten Berufsgruppen ergibt, dass binnen Jahresfrist die Zahl der Arbeitslosen in allen Berufsgruppen sank, wobei die Rückgänge in den Bauberufen mit 9,2 Prozent und in den Metall-/Elektroberufen mit 8,4 Prozent deutlich höher ausfielen als in den Büroberufen mit 3,8 Prozent, den Fremdenverkehrsberufen mit 3,6 Prozent und den Handels-/Verkehrsberufen mit 1,4 Prozent.

Immer mehr offene Lehrstellen

Die Situation am Lehrlingsarbeitsmarkt hat sich insofern verbessert, als binnen Jahresfrist die Zahl der offenen Lehrstellen um 6,6 Prozent stieg, die Zahl der Lehrstellensuchenden hingegen um 1,5 Prozent sank. Damit gibt es rund doppelt so viele offene Lehrstellen wie Lehrstellensuchende, so dass Salzburg gemeinsam mit Tirol den Bundesländervergleich deutlich anführt.

Der Bericht “Arbeitsmarkt Salzburg im Herbst 2016” kann im Internet abgerufen werden.

Leserreporter
Feedback


4Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel