Arbeitszufriedenheit in letzten zehn Jahren gesunken

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Niedrige Zufriedenheit in der Bauwirtschaft
Niedrige Zufriedenheit in der Bauwirtschaft - © APA (dpa)
Die Arbeitszufriedenheit ist in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen. Eine halbe Million Menschen findet die Situation schlechter als vor zehn Jahren, in dieser Gruppe sind zunehmend auch die Jungen stark vertreten. Allerdings ist ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont sichtbar, geht aus dem am Freitag präsentierten Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich hervor.

“Die generelle Verunsicherung der Arbeitnehmer hat zugenommen”, so Sozialforscher Reinhard Raml vom IFES-Institut. Weiters sei eine Zunahme des Zeitdruckes zu beobachten. Insbesondere bei jenen Berufen, die ohnehin schon bei der Zufriedenheit ganz unten standen, habe die Verschlechterung weiter zugenommen. Die drei unzufriedensten Berufsgruppen sind – wie schon seit vielen Jahren – die Beschäftigten am Bau, in der Textilwirtschaft und im Reinigungsbereich. Die Absteiger im aktuellen Arbeitsklima-Index sind Sozialwissenschafter, Unternehmensberater und Lagerarbeiter. Und auch bei den früher sehr zufriedenen Bankangestellten ist die Zufriedenheit “beinahe abgestürzt”, so Raml.

Am stärksten zugelegt beim Glück in der Arbeit haben die Gesundheits- und Schönheitsberufe. Wobei der Pflegebereich hier nicht dazugehöre, hierbei handle es sich eher um den Wellnessbereich. Pfleger seien zwar mit der Bezahlung sehr unzufrieden, der Beruf hätte aber eine sehr hohe Sinnstiftung. Eine Diskrepanz, die sie sich mit den Kindergartenpädagoginnen teilen, die zu den zufriedensten Berufssparten gehören – neben den Schönheitsberufen und den Büroangestellten. Bei Letzteren aber nur die ohne Kundenkontakt.

Johann Kalliauer, Präsident der AK OÖ, sieht vor allem in jenen Berufen, die körperlich sehr anstrengend und niedrig bezahlt sind, die Unternehmer gefordert. “Image aufpolieren ohne Hard Facts zu ändern, wird nicht gehen”, sagte er am Freitag vor Journalisten. Und er richtete einen Appell an alle, die in der Öffentlichkeit von “Absandeln” und “Bananenrepublik” sprechen, die Lage nicht schlecht zu reden. Dies wirke sich schon jetzt auf die Investitionsfreude aus. “Die Stimmung stimmt nicht mit den Zahlen überein”, so Kalliauer. Nun wo es ein “zartes Pflänzchen Hoffnung” gebe, dürfe man dieses nicht zerstören.

Gerade bei den Jungen dürfte da viel Aufklärungsarbeit vor ihm liegen. Deren wirtschaftlicher Optimismus ist in den vergangenen Jahren laut Index stark gesunken. Nicht einmal jede Zweite glaubt nach einen Jobverlust, wieder leicht einen Arbeitsplatz zu finden. Vor zwei Jahren waren noch fast drei Viertel optimistisch. Viele Ältere scheinen sich wiederum schon damit abgefunden zu haben, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr auf sie wartet. Nur 26 Prozent der Personen ab 46 Jahren meinen, dass sie leicht einen Job finden werden.

(APA)

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