Architekturpreis des Landes Salzburg für Autobahnmeisterei

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Im Bild: Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Martin Skalet (Marte.Marte) und Landesrat Heinrich Schellhorn.
Im Bild: Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Martin Skalet (Marte.Marte) und Landesrat Heinrich Schellhorn. - © Neumayr/Leo
Die Marte.Marte Architekten (Bernhard und Stefan Marte) aus Vorarlberg sind Preisträger des erstmals mit 10.000 Euro dotierten Architekturpreises des Landes Salzburg 2016 und zwar für ihr Projekt der Autobahnmeisterei Salzburg.

Vergeben wurden weiters zwei Anerkennungspreise für den “Zugang Schallmoos” zum Hauptbahnhof Salzburg (kadawittfeldarchitektur) und für die Panzerhalle in Taxham (Arge Panzerhalle: LP architektur, hobby a. schuster & maul, cs-architektur, strobl architekten). Außerdem erhält Wilhelm E. Scherübl ein Stipendium in der Höhe von 5.000 Euro. Damit wird sein Forschungsvorhaben “Urbane Adaptation” unterstützt. Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn überreichte diese Auszeichnungen heute, Mittwoch, 21. September, in der ARGEkultur in Salzburg.

“Bei der Überarbeitung der Kultur-Preislandschaft konnten wir die lange geforderte Dotierung des Architekturpreises umsetzen. Heuer werden erstmalig 10.000 Euro vergeben. Der Architekturpreis ist somit aufgewertet und erzielt nun österreichweit ein größeres Echo”, betonte der Kulturreferent. “Die Vielzahl an Einreichungen zeigt nicht nur den hohen Stellenwert dieser Auszeichnung auf, sondern auch die Unterschiedlichkeit der Objekte: von einem Ferienhaus über ein Seniorenwohnhaus bis hin zu einem ehemaligen Militärgebäude. Es war vermutlich schwer, die Auswahl für den Hauptpreis, die beiden Anerkennungspreise und das Stipendium zu treffen.”

Autobahnmeisterei Salzburg – Ästhetik und Funktion

“Aus den banalen Ingredienzen einer Nutzanlage wurde eine präzise und erstklassige Anlage gestaltet, mehr noch: ein hochwertiger Platz”, sagt Marie-Claude Bétrix, die Vorsitzende der Jury. “Hier weist der Negativraum, der eigentliche Innenhof, so hohe Qualitäten auf wie all die Bauten, die ihn rundum bestimmen. Proportionen und Nutzungen, Materialien und Betrieb, Ästhetik und Gebrauch, die Qualitäten zeigen sich ununterbrochen in allen Teilen.”

Der Entwurf von Marte.Marte Architekten beweist, dass auch technische Arbeitsplätze architektonisch nicht stiefmütterlich behandelt werden müssen. Von Anfang an gut durchdacht und präzise organisiert, sind sie im Aufbau nicht teurer, im Betrieb aber übersichtlicher und effizienter zu nutzen.

Etwas Verbindendes zeichnet auch die beiden Objekte aus, die mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurden: Der neue “Zugang Schallmoos” zum Hauptbahnhof Salzburg verbindet, was die Gleisanlagen jahrzehntelang skalpellartig zerschnitten haben. Die Stadt wächst hier wieder zusammen, weil in der notwendigen Größenordnung und Qualität mutig geplant und gebaut wurde. Auch die Panzerhalle verbindet – Quartiere einerseits – andererseits aber auch den großzügigen Altbestand der ehemaligen Kaserne mit moderner Funktion und Architektur.

Stipendium für Projekt “Urbane Adaptation”

Um auch für die Zukunft gerüstet zu sein, wird aber nicht nur bereits Gebautes ausgezeichnet. Mit einem Stipendium in der Höhe von 5.000 Euro wird dieses Jahr Wilhelm E. Scherübl in seinem Forschungsvorhaben unterstützt. Mit seinem Projekt “Urbane Adaptation” erforscht und dokumentiert er multimedial, welche Möglichkeiten Stadt bietet und wie diese vom Menschen auf unterschiedliche Art genutzt und verändert werden.

Auswahl durch Fachjury

Eine von fünf Salzburger Institutionen (ZT-Kammer für Oberösterreich und Salzburg, Initiative Architektur, Landesbaudirektion sowie Kulturabteilung des Landes und Landes-Kulturbeirat) in einem demokratischen Prozess vorgeschlagene Jury beurteilte die 35 eingereichten Bauten sowie die zwölf eingereichten Objekte zum Stipendium. 2016 konnten mit Marie-Claude Bétrix (Architektin, Architektenbüro Bétrix & Consolascio), Eva Hody (Leiterin der Zweigstelle Salzburg des Bundesdenkmalamtes) und Roland Winkler (Architekt, winkler + ruck architektendrei) hochkarätige Jurymitglieder gewonnen werden. Sie garantieren mit ihren unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Architekturgeschehen eine umfassende Betrachtung und Beurteilung der Projekte.

Ausstellung im Künstlerhaus

Alle eingereichten Projekte sind von 24. September bis 23. Oktober in einer Ausstellung im Ausstellungsraum der Initiative Architektur im Künstlerhaus (Hellbrunner Straße 3 in Salzburg) zu sehen.

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