Armenischstämmiger Abgeordneter in der Türkei gemaßregelt

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Ein türkischer Oppositionsabgeordneter ist für drei Sitzungen von den Debatten des türkischen Parlaments ausgeschlossen worden, weil er von “Massakern und Völkermorden” gesprochen hatte, die in der türkischen Geschichte an Minderheiten begangen worden seien.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag meldete, wurde die Strafmaßnahme gegen den armenischstämmigen Abgeordneten Garo Paylan verhängt, der für die Demokratische Partei der Völker (HDP) im Parlament in Ankara sitzt. Paylan sagte während der hitzigen Debatte über die Verfassungsreform zur Einführung eines Präsidialsystems, vier Minderheiten seien durch “große Massaker und Völkermorde aus diesem Land verdrängt” worden – Armenier, Assyrer, Griechen und Juden.

Die Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg werden von den Armeniern als systematischer Völkermord bezeichnet. Aus Sicht der Türkei, des Nachfolgestaats des Osmanischen Reichs, handelte es sich bei den Ereignissen in den Jahren 1915 bis 1917 um einen Bürgerkrieg zwischen Türken und Armeniern, in dem beide Seiten zahlreiche Opfer zu beklagen hatten. Ankara gibt die Zahl der Armenier, die bei Kämpfen und durch Verhungern zu Tode kamen, mit 500.000 an.

(APA/ag.)

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