Asfinag: Ein Drittel der Salzburger Lenker greift beim Fahren zum Handy

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Ablenkung ist eine der Hauptunfallursachen (Symbolbild).
Ablenkung ist eine der Hauptunfallursachen (Symbolbild). - © APA/Hans Klaus Techt/Archiv
Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Asfinag zeigt: Acht von zehn Lenkern in Salzburg sagen, dass das Schreiben oder Lesen von Nachrichten stark ablenkt. Ein Drittel gibt allerdings zu, das Handy hinter dem Steuer dafür zu benützen, obwohl es verboten ist.

Auf dem Vormarsch sind dabei Fotos oder Videos mit dem eigenen Smartphone: 33 Prozent der Befragten sagen, dass sie schon Motive während der Fahrt aufgenommen haben. Fast die Hälfte (46 Prozent) musste daher in den vergangenen zwölf Monaten plötzlich in einer gefährlichen Situation voll abbremsen, weil sie oder er abgelenkt war.

Handy am Steuer: Falsche Selbsteinschätzung

Im Rahmen von „Hallo Leben“ setzt die Asfinag daher heuer einen Info-Schwerpunkt zum Thema Ablenkung. Warum kann man nicht widerstehen, eine Nachricht zu lesen – obwohl man weiß und erlebt hat, dass es stark ablenkt? Die Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer liefert in einer Aussendung der Asfinag Erklärungsansätze: „Es liegt ein gefährlicher Mix aus positiver Einstellung zum Handy am Steuer, subjektiver Wahrnehmung der Anderen und falscher Selbsteinschätzung vor.“ Zusammengefasst in etwa: „Multitasking ist gut und spart Zeit“, „fast alle nutzen das Smartphone am Steuer“ und „außerdem fahre ich besser als die meisten anderen“.

Erschwerend kommt hinzu, dass Handygebrauch – obwohl seit fast 20 Jahren verboten – sowie andere Nebentätigkeiten am Steuer für viele bereits zur alltäglichen Gewohnheit wurden.

Ablenkung: Die Unfallstatistik für Salzburg

Im Jahr 2016 (die jüngste verfügbare Statistik) ereigneten sich auf Salzburgs Autobahnen 176 Unfälle mit drei Todesopfern und 282 Verletzten. Ablenkung/Unachtsamkeit (45 Prozent), zu hohe Geschwindigkeit (16 Prozent) und zu wenig Sicherheitsabstand (16 Prozent) – das sind jedes Jahr die zentralen Unfallursachen auf Salzburgs Autobahnen. Übermüdung folgt mit sieben Prozent. Viele Verkehrsunfälle sind Kombinationen mehrerer Ursachen, wobei in sehr vielen Fällen zu wenig Sicherheitsabstand eine negative Rolle spielt.

Salzburger greifen häufig zum Handy: Die Details

  • Grundsätzlich ergibt die Umfrage, dass jede dritte Salzburgerin, jeder dritte Salzburger während der Fahrt zum Handy greift.
  • 48 Prozent geben an, mit dem Handy während der Fahrt gelegentlich ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, 13 Prozent machen das „oft“. Und das, obwohl es als stark ablenkend empfunden wird.
  • SMS/E-Mail/Messages lesen während der Fahrt – 26 Prozent der Befragten gaben an, das gelegentlich oder öfter zu machen. 15 Prozent gaben an, SMS/E-Mails/Messages gelegentlich bis oft während der Fahrt zu schreiben.
  • Mehr als die Hälfte, ganze 56 Prozent geben an, das Navi auch während der Autofahrt zu bedienen.
  • Kurios: „Schminken, Rasieren, Frisieren während der Fahrt“: 23 Prozent sagen, das zumindest „ab und zu“ zu machen.
  • Alarmierend: Ein Drittel (33 Prozent) geben an, dass sie als Fahrerin bzw. Fahrer während der Fahrt fotografieren oder filmen. Die beliebtesten Motive: „Besondere Wetterverhältnisse“ und „Naturereignisse“.
  • Im Stop-and-Go-Verkehr, der besondere Konzentration erfordert, gaben 23 Prozent der befragten Salzburgerinnen und Salzburger an, „oft“ zum Handy zu greifen – Sechs Prozent sagten, das „eigentlich immer“ zu tun. Interessant dabei die Tätigkeit mit dem Handy im Stop-and-Go-Verkehr: Rund die Hälfte sagten, dann „jemanden eine Nachricht zu schreiben, dass es später wird“.
  • Gefährliche Folgen: fast die Hälfte, 46 Prozent gaben an, dass sie so in den vergangenen 12 Monaten plötzlich vollbremsen mussten zu müssen, weil sie abgelenkt waren. Ein Viertel musste das Lenkrad verreißen, rasch die Spur wechseln. 30 Prozent gaben an, jemanden durch Ablenkung zu dicht aufgefahren zu sein.

Tipps gegen Ablenkung am Steuer

Die Asfinag empfiehlt, allfällige Dinge vor oder nach der Fahrt zu erledigen. Egal ob Trinken, Essen, Rauchen, Einstellen des Navis, ein Telefonat oder der letzte Check der Mails. Sollte dennoch unbedingt zum Handy gegriffen werden müssen, empfiehlt sich eine kurze Pause.

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