Assange fordert Freiheit nach UNO-Entscheid

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Der Körper von Assange "gibt langsam auf"
Der Körper von Assange "gibt langsam auf"
WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat nach dem Entscheid eines UNO-Gremiums Freiheit für sich gefordert. Großbritannien und Schweden sollten ihn nicht daran hindern, die ecuadorianische Botschaft in London als freier Mann zu verlassen, sagte Assange am Freitag. Zuvor hatte eine UN-Prüfkommission den Aufenthalt des Australiers in der Botschaft als willkürliche Haft bewertet.


Dem 44-Jährigen stehe eine Entschädigung zu. Großbritannien kündigte an, Assange zu verhaften, sobald er das Botschaftsgelände verlässt. Der britische Außenminister Philip Hammond bezeichnete die Beurteilung als lächerlich. Assange verstecke sich in der Botschaft vor der Gerechtigkeit.

“Wir haben heute einen bedeutenden Sieg erzielt, der mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat”, sagte Assange. Jetzt sei es an Schweden und Großbritannien, sich an den UNO-Entscheid zu halten. “Die willkürliche Haft soll beendet werden, seine körperliche Unversehrtheit und seine Bewegungsfreiheit sollen respektiert werden”, hieß es in der Stellungnahme der Prüfkommission.

Sowohl Schweden als auch Großbritannien wiesen den Vorwurf zurück, Assange werde der Freiheit beraubt. Er habe sich freiwillig in die Botschaft zurückgezogen. Der Außenminister von Ecuador, Ricardo Patino, sagte, es sei an der Zeit, Assange freizulassen. “Was muss noch geschehen, damit sie einsehen, einen Fehler gemacht zu haben?”, sagte er im Fernsehen an die beiden Länder gerichtet. Ecuador werde nun seine weiteren Schritte prüfen.

Der Australier wird in Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen gesucht. Die schwedische Staatsanwaltschaft erklärte, die Position des UN-Gremiums habe keinen Einfluss auf die laufenden Ermittlungen. Der ehemalige Hacker hatte sich 2012 in das Botschaftsgelände geflüchtet. Er befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm ein Prozess wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten. Ein derartiges Ersuchen sei bisher nicht eingegangen, erklärte die schwedische Regierung. WikiLeaks hat in den vergangenen Jahren zahlreiche diplomatische und militärische Dokumente veröffentlicht. Der Fall ist einer der größten Datenlecks in der Geschichte der USA. Nach Ansicht der US-Regierung wurden mit der Aktion Menschenleben gefährdet.

Der Gründer des Enthüllungsportals WikiLeaks hatte die Überprüfung selbst in Gang gesetzt. Assange sieht sich als politischer Flüchtling. Gegen ihn werde unter Führung der USA eine Hexenjagd veranstaltet. Assange hatte Großbritannien und Schweden vorgeworfen, seine Rechte verletzt zu haben, indem sie ihn zu dem Botschaftsasyl gezwungen hätten. Mit diesen Einschätzungen traf er bei der UN-Arbeitsgruppe jedoch nicht auf einhellige Zustimmung: Von den fünf Mitgliedern stimmten drei Assange zu, eines stimmte dagegen und eines enthielt sich. Die Einschätzung ist nicht bindend, übt auf die kritisierten Länder aber oftmals einen starken moralischen Druck aus.

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