Aufregung um Asylbewerberheim beim Bahnhof

Von Jacqueline Winkler
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Das Asylbewerberheim in der Elisabethstraße sorgt für heftige Diskussionen. (Symbolbild)
Das Asylbewerberheim in der Elisabethstraße sorgt für heftige Diskussionen. (Symbolbild) - © APA/ROLAND SCHLAGER
Das geplante Asylbewerberheim in der Elisabethstraße in der Stadt Salzburg lässt bei Anrainern und Politik die Wogen hochgehen. Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch versuchte das Land Salzburg nun zu beruhigen.




Das Land Salzburg informierte am Mittwochabend im Hotel Brunauer über das geplante Asylbewerberheim in der Elisabethvorstadt. Vertreter der Landespolitik, des Samariterbundes und der Polizei waren anwesend, um die Fragen der Anrainer zu beantworten. Die Stimmung war emotional und aufgeheizt.

Eröffnung der Unterkunft im Dezember

75 Asylbewerber werden in der Elisabethstraße untergebracht, hauptsächlich Familien, versichert man aus dem Büro von Landesrätin Martina Berthold (Grüne). Schon 2014 hatten die ÖBB dem Land ihre ehemalige Kantine als Quartier angeboten. Die Verträge mit dem Samariterbund laufen schon. Das Asylbewerberheim soll Anfang Dezember eröffnet werden. Und das, obwohl in Salzburg derzeit 400 Plätze für Asylbewerber frei seien, kritisiert der Integrationssprecher des SPÖ Landtagsklubs Tarik Mete in einer Aussendung.

Land müsse kurzfristig Quartiere zur Verfügung stellen

Aus dem Büro der für das Asylwesen verantwortlichen Landesrätin Berthold heißt es dazu, man brauche immer wieder neue Plätze, weil laufend Quartiere geschlossen werden. “Für das Quartier Wenatex in der Innsbrucker Bundesstraße etwa läuft der Vertrag aus. Also brauchen wir in der Stadt weitere Plätze. Viele dieser Unterkünfte sind ja auch nur vorübergehend gewesen”, betont man dort. Außerdem müsse man laufend auch kurzfristig neue Quartiere zur Verfügung stellen.

SPÖ: Bürger zu spät miteinbezogen

Besonders wichtig sei es, dass die Anrainer wissen, an wen sie sich wenden können und die Bürger entsprechend zu informieren, heißt es aus dem Büro der Landesrätin. Genau das habe man mit dieser Veranstaltung auch getan. Mete sieht das anders. Er finde es unmöglich, “die Bevölkerung erst dann zu informieren, wenn alle Entscheidungen bereits gefallen sind.”

Umgangston in Debatte ist rau

Von den politischen Mitbewerbern wünscht man sich im Büro Berthold einen konstruktiveren Umgangston. “Da werden teils unfaire Kampagnen gefahren und die Stimmung unnötig angeheizt.” Die SPÖ sieht sich auf der Seite der Bürger. “Wir müssen hilfesuchenden Menschen helfen, aber der Standort ist weder für die Betroffenen, noch für die Anrainer optimal”, so Mete.

Samariterbund ist zuversichtlich

Der Betreiber Samariterbund hat versucht, die bei der Versammlung Anwesenden zu beruhigen. “Die Sorgen und Ängste der Bevölkerung sind verständlich und werden von uns auch ernst genommen”, erklärt Geschäftsleiter Christian Dengg. Der Samariterbund hat bereits Erfahrung mit der Leitung von Asylquartieren.

Umfassende Betreuung gesichert

In der Elisabethstraße wird es eine 24-Stunden-Betreuung geben, es sind also durchgehend Mitarbeiter des Samariterbundes vor Ort. “Wir haben auch alle Bürger eingeladen, persönlich vorbeizuschauen, um die Berührungsängste mit den Asylbewerbern abzubauen”, so Dengg. Auch mit der Polizei stehe man in engem Kontakt.

Quartier für Land fix

Auch aus dem Büro der Landesrätin versucht man zu beruhigen. “Wir haben verlässliche Partner für die Betreuung. Auch der Sicherheitsaspekt ist uns sehr wichtig.” Die Eröffnung des Asylbewerberheims sei jedoch, trotz aller Widerstände, fix, betont man.

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