3. Oktober 2012 20:54; Akt.: 3.10.2012 21:01

Ausschreitungen im Iran wegen Währungskrise – Tote

Die Unruhen im Zusammenhang mit dem Währungsverfall im Iran sind offenbar massiver und gewalttätiger verlaufen, als zunächst angenommen. Mehrere von einander unabhängige Augenzeugen berichteten der APA am Mittwoch, dass es Tote und dutzende Verletzte bei den gewaltsamen Protesten in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben habe.

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“Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Autos gebrannt, Steine geflogen und Menschen geschlagen worden sind. Erinnerungen an die Zeit der Massenproteste nach den Präsidentschaftswahlen 2009 werden wieder wach. Am späteren Nachmittag wurden blutüberströmte Menschen weggetragen und ich bin mir sicher, dass die Regierung alles abstreiten wird”, berichtet ein junger Student. Vor allem betroffen war der Stadtteil um den großen Bazar von Teheran.

Vor allem einer steht im Fokus der Kritik: der umstrittene Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Er musste sich nicht nur vom Parlament und vom Obersten Geistlichen Führer Ali Khamenei einen Rüffel wegen seiner “katastrophalen Wirtschaftspolitk” abholen, sondern bekommt auch den vollen Zorn der Bürger zu spüren. Viele Iraner riefen “Nieder mit dem Regime” und “Allah o Akbar”.

Die staatlichen iranischen Medien erwähnten zwar, dass die nationale Währung Rial sich seit Wochen auf einer Talfahrt befinde, doch verschwiegen sie das Ausmaß der Massenproteste. Auch Khamenei sprach bei einer Rede lediglich “von ein paar Demonstranten” in der Gegend des Bazar und machte die illegalen Geldwechsler und die “ungerechtfertigten westlichen Sanktionen” für die aktuelle Lage im Iran verantwortlich.

Wegen der drastischen Abwertung der iranischen Währung Rial – am 1. September bekam man für 27.000 Rial einen Euro bzw. 24.000 Rial für einen US-Dollar, am Mittwoch dotiert der Euro bei 45.000 Rial und der US-Dollar bei 33.500 Rial – steht die gesamte Wirtschaft des Landes am Rande des Kollaps. Die Lebensmittelpreise haben sich binnen kürzester Zeit verdoppelt. Hunderte Polizisten gingen im südlich der Stadtmitte gelegenen Finanzbezirk Ferdosi mit Schlagstöcken und Tränengas gegen illegale Geldtauscher vor und ordneten die Schließung von Wechselstuben und Geschäften an.



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