Ausstellung über Widerstandsgruppe “Weiße Rose” in München

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Am 18. Februar liegt der Tag der Festnahme 74 Jahre zurück
Am 18. Februar liegt der Tag der Festnahme 74 Jahre zurück - © APA (dpa)
Vor 74 Jahren wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl in ihrer Universität in München festgenommen, weil sie Flugblätter für die Freiheit ausgelegt hatten. Nur vier Tage später waren sie tot – ermordet von den Nationalsozialisten unter dem Deckmantel der Justiz. An diesem Samstag (18. Februar) liegt der Tag der Festnahme genau 74 Jahre zurück.

Und genau am Jahrestag eröffnet eine neue Dauerausstellung über die studentische Widerstandsgruppe der “Weißen Rose” in der DenkStätte an der Ludwig-Maximilians-Universität – dort, wo die Geschwister ihre Flugblätter einst auslegten und von dem Hausmeister Jakob Schmid entdeckt und festgehalten wurden.

“Die Präsentation musste zeitaktueller sein”, sagt die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung, Hildegard Kronawitter, am Donnerstag in München. “Wir wollen die damalige Zeit in die Gegenwart holen.” Die alten Schautafeln sind multimedialen neuen gewichen – und es gibt jetzt auch Informationen in englischer Sprache. “Ein gutes Drittel unserer Besucher kommt inzwischen aus dem Ausland.”

Die Ausstellung zeichnet das Leben und Wirken der Gruppe rund um die Geschwister Scholl nach. Zu sehen sind ihre Flugblätter, darunter das fünfte mit dem Satz: “Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern.” Zu sehen ist auch die Schreibmaschine, auf der das sechste und letzte fertiggestellte Flugblatt geschrieben wurde. Es gibt viele biografische Informationen (Kulturreferent Hans-Georg Küppers: “Die Menschen bekommen ein Gesicht”) sowie ein Ausblick auf die Wirkung des studentischen Widerstandes im In- und Ausland. Zu sehen ist auch die Rückseite eines Schreibens des Oberreichsanwaltes, auf das Sophie Scholl das Wort “Freiheit” geschrieben hat.

In Zeiten wie diesen, in denen Rechtspopulismus und Fremdenhass um sich greifen, soll es nicht nur um das Erinnern gehen – sondern um viel mehr. Das machen die Verantwortlichen deutlich. Die Schau stellt daher klare Bezüge in das Hier und Jetzt her und stellt die Frage: “Wie würde ich heute mich stellen in Situationen, wo Toleranz und Courage gefragt sind?”

Münchens Kulturreferent Küppers betont: “Unsere Demokratie ist keineswegs etwas Selbstverständliches.” Die Ausstellung könne ein Bewusstsein schaffen, “dass bürgerliche Freiheit und intellektueller Mut gefragt sind, um die Demokratie zu verteidigen”. Er zitiert die Ziele und Ideale der “Weißen Rose”: “Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit, Gewissen. Diese Begriffe sind etwas, das auch heute wichtiger denn je ist – für uns alle.”

(APA/dpa)

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