Ausstellung zu Walter Pichler im Museum der Moderne Salzburg

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TV-Helm von Walter Pichler
TV-Helm von Walter Pichler - © APA (MdM)
Walter Pichler hätte viele Karrieren haben können. Von Design über Skulptur bis hin zu Architektur wirkte er in verschiedensten Disziplinen und verband sie in seinen Werken. Das Museum der Moderne zeigt vom 26. November bis zum 5. März 2017 in Salzburg eine Retrospektive seines Schaffens, die in enger Zusammenarbeit mit seiner Tochter und seiner Frau entstand.

Rund 230 Arbeiten, worunter sich auch einige bisher unveröffentlichte Materialien befinden, bilden die Ausstellung “Radikal: Architektur und Prototypen”. “Es ist eine Selektion über Pichlers frühe, radikale Architektur, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat”, so Sabine Breitwieser, Direktorin des Museums der Moderne, beim Presserundgang heute, Freitag. Das Thema Raum ist zentral in der Ausstellung. Zum einen durch die offenen Panoramawände, an denen die Skizzen platziert sind, zum anderen, weil Pichler bei seinen Werken immer den Raum mit einbezog. “Pichler hat Architektur immer frei gedacht von dem, was sie eigentlich ist, also Säulen, Wände etc.”, so Breitwieser weiter. 

Die Werkgruppe der Prototypen sind der zweite Kernteil der Ausstellung. Hier macht sich ein gewisser Humor des Künstlers bemerkbar. Die Exponate bestehen teilweise aus futuristischen Kopfbedeckungen, wie beispielsweise einem Lautsprecher-Helm, deren Massenproduktion, welche einem Prototypen in der Regel folgt, sehr unrealistisch erscheint. Mit den Prototypen etablierte sich Pichler in den 1960er Jahren in der Kunstszene, sie wurden unter anderem in internationalen Zeitschriften wie “Vogue” gezeigt. 

Walter Pichler verstarb 2012 und wäre dieses Jahr 80 geworden. “Wir haben jetzt die Chance, sein Werk neu zu entdecken und die Werke anders auszustellen, als Walter Pichler es gemacht hätte”, sagte Breitwieser, die die Ausstellung mit kuratiert hat und mit dem Künstler viel zusammengearbeitet hat. Das Besondere an der Zusammenstellung der Exponate, die aus Dauerleihgaben der Generali Foundation und Leihgaben aus dem Pichler-Archiv bestehen, sind die vielfältigen Möglichkeiten der Kombination. Das liegt daran, dass sich manche Formen wie der Kreis durch das gesamte Schaffen des Künstlers ziehen.

(APA)

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