Austria Salzburg und der erneute Kampf ums Überleben

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Muss die Hintertor-Tribüne von Austria Salzburg abgebaut werden?
Muss die Hintertor-Tribüne von Austria Salzburg abgebaut werden? - © SALZBURG24/Andonov
Die Führungsetage von Austria Salzburg steht abermals vor großen Hürden. Die Violetten müssen um die Hintertor-Tribüne zittern und sind dabei auf die Stiegl-Brauerei angewiesen. Austria-Berater Otto Konrad nimmt im Gespräch mit SALZBURG24 auch zur aktuellen finanziellen Schieflage und anderen Hindernissen Stellung.




Austria Salzburg bangt erneut um ihre Existenz. Nachdem der Traditionsverein letztes Jahr hauchdünn an der Insolvenz vorbeigeschrammt ist, flattern auch dieses Jahr finanzielle Hürden und andere Probleme ins violette Führungshaus.

Austrias Li­qui­di­täts­eng­pass

Die Austria-Mitglieder wurden vom Kontrollgremium der Violetten mit einem Bericht über die schlechte Lage des Clubs informiert. Daraus ging laut den Salzburger Nachrichten hervor, dass die Austria aktuell ein Minus von 120.000 Euro im Budget hat. Diese Summe konnte mit einigen Darlehen noch weiter in die Höhe steigen. In den 120.000 Euro wären 50.000 Euro, um Spielergehälter und Stadionmiete nachkommen zu können inklusive. Dazu kommt auch noch die zweite Ausgleichsrate von 70.000 Euro. Dieser Betrag konnte schon nicht aus eigenem Kapital bezahlt, sondern musste von den Bürgen übernommen werden. Nach derzeitigem Stand betrifft dies auch die dritte Rate, die im Mai 2017 fällig wird.

Austria Salzburgs gibt offizielle Stellungnahme ab

Aufgrund der aktuellen Berichte sah sich der Vorstand gezwungen, öffentlich zu reagieren und einige Behauptungen richtig zu stellen.”Dem Verein war klar, dass in den Monaten März bis Juni 2017 monatlich eine Liquiditätslücke entstehen könnte. Als Kernproblem wurde festgestellt, dass die liquiden Mittel durch den Aboverkauf am Saisonbeginn für die Bezahlung von kurzfristigen Verbindlichkeiten (Altlasten) verwendet werden müssen, und daher im Frühling 2017 diese Liquidität für das laufende Budget fehlt und anderwertig aufgestellt werden muss”, lautet der O-Ton.

SVAS muss sich neu orientieren

Seit ungefähr drei Wochen besteht die Gefahr, dass Austria Salzburg die Hintertor-Tribüne im Stadion Maxglan verlieren könnte. Otto Konrad ist sich um den Ernst der Lage bewusst und klärt auf: “Ich habe mich in den letzten Tagen akribisch in dieser Thematik informiert und Gespräche gesucht”, erklärte Konrad im Gespräch mit SALZBURG24.

Stiegl-Brauerei will Wohnungen bauen

Die Violetten bekamen damals nur eine dreijährige Bewilligung, eine Verlängerung scheint schier unmöglich. Die Tribüne wurde unter anderem mit Spendengeldern der eigenen Fans nach dem Aufstieg in den Profifußball (2015) errichtet. Die Brauerei Stiegl will als Eigentümer neben dem Stadion in Maxglan Wohnungen errichten. “Das hat die Brauerei-Führung aber 2015 schon kundgetan und immer mit offenen Karten gespielt”, gesteht Konrad, der dem Unternehmen keinerlei Schuldzuweisungen zusprechen will. Das Stadion-Thema sei laut Konrad von Beginn weg nur kurzfristig geplant und auf die Beine gestellt worden. Dass der Verein in den letzten Jahren zu schnell gewachsen sei, hatte laut Konrad ebenfalls einen großen Anteil. “Da hat man sich bei der Einigung nicht auf langfristige Ziele orientiert.” Eines steht allerdings fest: Sollte die transportable Tribüne wirklich weg müssen, steht ein Profi-Engagement für die Violetten in naher Zukunft nicht in Frage. “Da müsste sich der Verein neu ausrichten und die Zukunft anders definieren.” Wie diese aussehen könnte, weiß zum derzeitigen Standpunkt noch kein Verantwortlicher.

Tribünen-Abbau: 450 Austria-Fans weniger

Konrad ließ in den vergangenen Tagen nichts unversucht. Zuerst hatte er sich die Vollmacht über die Akten beim Bauamt eingeholt, mit Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen und schlussendlich mit einem Stiegl-Verantwotlichen unterhalten. Sollte die Tribüne abhanden kommen, würde die Austria für 450 Fans keinen Platz mehr haben. “Ganz zu schweigen davon, wie viele Emotionen und Eigenkapital dahinter stecken.” Unabhängig davon, ob die Tribüne bestehen bleibt oder nicht. Fakt ist, dass die Stadt Salzburg kein eigenes Stadion besitzt. Man kann jedoch von keinem verlangen, dass für die Austria ein Stadion gebaut werden soll”, stellte Konrad klar. Für ihn müssten zunächst die Kosten, Auslastung und der Standort geklärt werden. Dennoch hat er eine Idee wie man diese Problematik lösen könnte: “Ein Stadion – mit der Austria als Untermieter – beim Messezentrum würde die Infrastruktur für Sport und Veranstaltungen sowie den Wirtschaftsstandort des Messezentrums verbessern. Doch das kann nicht von uns ausgehen, dazu müsste sich der Gemeinderat und der Stadtsenat zusammensetzten”, führte Konrad fort. Im Gespräch mit Schaden gab es dazu mit der ersten Absage einen Dämpfer.

Rettet Konrad die Austria mit seiner Obmannschaft?

Anfang März findet eine Generalversammlung von Austria Salzburg statt. Ob sich Konrad zum Obmann wählen lässt, hängt von der Stadion-Problematik, dem finanziellen Engpass und weiteren Faktoren ab. “Wäre ich blauäugig gewesen und meine Zusage schon vor Monaten gegeben, hätte ich einen Scherbenhaufen mit den genannten Herausforderungen vorliegen. Nun gilt abwarten und Klarheit schaffen”, stellte Konrad klar, der ebenso dran ist neue Sponsoren für die Violetten an Land zu ziehen. “Nur weil sich ein Konrad einmischt, wird es nicht leichter Sponsoren für die Austria zu gewinnen. Für die Zukunft gilt es einen Fünf-Jahres-Plan anzufertigen und sich daran zu orientieren.” Für den Sommer hat Konrad ein bis zwei unterschriftsreife Partner für Sommer-Fußball-Camps für den Nachwuchs an der Angel.

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