Austria Salzburg und Stefan Ebner – Eine Liebesbeziehung zerbricht

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Austria-Kapitän Stefan Ebner und sein Abschied mit Wehmut.
Austria-Kapitän Stefan Ebner und sein Abschied mit Wehmut. - © Krugfoto
Austria Salzburg und Kapitän Stefan Ebner gehen ab Sommer getrennte Wege. Woran die Liebesbeziehung zerbrochen ist und warum sie einen fahlen Beigeschmack hat, verrät Ebner im exklusiven Gespräch mit SALZBURG24.




176 Spiele hat Ebner für die Austria bestritten. Der Tormann hat viele Höhen und Tiefen der Violetten miterlebt. Am Dienstagabend stand allerdings nach knapp sechs Jahren der Abschied fest.

SALZBURG24: Die Vertragsgespräche liefen in den vergangenen Wochen auf Hochtouren. Hinter deiner Zukunft standen einige Fragezeichen. Schildere uns bitte die Entwicklungen.

EBNER: Für mich war immer klar, dass ich weiter für die Austria spielen will. Das habe ich auch immer deutlich und offen kommuniziert. Der Trainer und sportliche Leiter Christian Schaider hat mir dann ein Angebot gemacht, dass ich unter diesen Bedingungen nicht annehmen konnte.

Wie ging es dann weiter?

Am Montag traf ich mich zusätzlich mit Obmann Claus Salzmann, der mir unmissverständlich mitgeteilt hat, dass er mich halten will. Es gab allerdings zwischen seinen Vorstellungen und dessen von Schaider enorme Diskrepanzen. Das Gespräch mit Salzmann verlief mehr als positiv. Da liegt die Vermutung nahe, dass nicht mit offenen Karten gespielt wurde.

Wie kann man sich das vorstellen?

Salzmann bemühte sich eine Lösung zu finden. Am Dienstag zog Schaider allerdings sein Angebot zurück und sagte mir, dass er nur einen von uns vier Routiniers (Patrick und Nico Mayer bzw. Ernst Öbster, Anm. der Redaktion) verlängern kann. Darüber war ich ein bisschen überrascht.

SVAS-Trainer Christian Schaider (li.) setzt nicht mehr auf Tormann Stefan Ebner (re.)./SALZBURG24/Andonov SVAS-Trainer Christian Schaider (li.) setzt nicht mehr auf Tormann Stefan Ebner (re.)./SALZBURG24/Andonov ©

Du wurdest also vor vollendeten Tatsachen gestellt?

So kann man es sagen. Es hat halt eine schiefe Optik, wenn die Ansichten beider Parteien so auseinander gehen. Der Trainer will einen jüngeren Weg einschlagen. Er hätte mir gar nicht ein Angebot machen und es dann zurückziehen müssen. So hat das Ganze einen fahlen Beigeschmack, man hätte es sauberer lösen können.

Klingt nach einem Abschied mit Wehmut.

Auf jeden Fall. Ich bin davon ausgegangen, dass ich irgendwann meine Zeit hier selber beenden kann. Ich habe mein Karriereende hier gesehen. Dennoch kann ich durchaus positiv auf die Zeit bei der Austria zurück blicken.

Was waren deine Höhen und Tiefen in den vergangenen sechs Jahren?

Ich hatte bei der Austria meine schönste Fußball-Zeit. Besonders auf die zwei Westliga-Saisonen als Meister und der Aufstieg werden mir positiv in Erinnerung bleiben. In der zweiten Liga ist dann viel schief gelaufen. Das Jahr war für den Verein absolut nicht gut. Zudem steht im Profi-Fußball nicht immer Ehrlichkeit im Vordergrund – das wurde deutlich.

Bei der Westliga-Meisterfeier 2015 stemmte Stefan Ebner die Trophäe in den Himmel./Krugfoto Bei der Westliga-Meisterfeier 2015 stemmte Stefan Ebner die Trophäe in den Himmel./Krugfoto ©

Du verkörpert und lebst den Verein wie kaum ein anderer und bist Publikumsliebling bei den Violetten. Was bedeuten die Fans für den Verein?

Die Fans bedeuten gar nichts für den Verein. Sie sind der Verein. Das hebt den Klub auch von allen anderen in Salzburg ab. Sie stehen immer hinter uns und stecken unglaublich viel Herzblut rein. Allein, dass sie ihr Geld anstatt für einen Urlaub in den Verein stecken, zeigt ihre Verbundenheit. Auch wenn sie manchmal das Salz in der Suppe sind, was durchaus auch positiv sein kann. Nun ist es wichtig, dass die Fangruppen nach ihrem internen Streit wieder zueinander finden. Ansonsten ist die Austria wie jeder andere Verein.

Ist ein spezieller Abschied mit den Anhängern geplant?

Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Dafür ist die Entscheidung über meinen Abschied noch zu frisch. Aber nach dem letzten Spiel werde ich auf jeden Fall nicht gleich nach Hause gehen.

Bedeutet das auch gleichzeitig dein Karrierende?

Nein ich bin erst 31 Jahre alt und will noch ein paar Saisonen dran hängen. Mal sehen was sich jetzt ergibt. Bislang war die Austria immer mein erster Ansprechpartner.

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