AustroCel Hallein investiert 60 Millionen Euro

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Das Werk in Hallein.
Das Werk in Hallein. - © Neumayr/SB/Archiv
Die Zelluloseproduktion in Hallein (Tennengau) soll in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden. Das gab Jörg Harbring, CEO des Zellstoffherstellers AustroCel Hallein, am Montag bei einem Pressegespräch bekannt. Bis 2020 werden rund 60 Millionen Euro in die Erhöhung der Kapazität von derzeit 150.000 auf 170.000 Tonnen Textilzellstoff investiert.


Im vergangenen Jahr wurde die traditionsreiche Fabrik, die seit 2011 als Schweighofer Fiber zur Schweighofer Gruppe gehörte, an Towerbrook als neuen Eigentümer verkauft. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz von 149,8 Mio. Euro, um fünf Prozent mehr als 2016. Das EBITDA sei um fünf Prozent auf 40,7 Mio. Euro gestiegen, berichtete Harbring. Die Produktion von Viskosezellstoff stieg um zwei Prozent auf 150.017 Tonnen. Wichtigster Abnehmer ist China. Knapp 96 Prozent der Gesamtproduktion gehen in dieses Land. Rund zehn Prozent des Umsatzes von AustroCel Hallein entfallen auf den Verkauf von Fernwärme und Strom.

Unternehmen wieder auf Wachstumskurs

Damit ist das Unternehmen nach Jahren der Krise wieder auf Wachstumskurs. Nach der Einstellung der Papierproduktion konzentrierte sich der Standort seit 2009 auf die Herstellung von Zellulose. 2013 erfolgte die Umstellung auf Viskosezellstoff, der in der Textilindustrie stark nachgefragt wird. “Die Zukunftsaussichten sind für uns sehr rosig”, sagte der Firmenchef. Der Verbrauch von Textilfasern wachse weltweit. Seit 2000 habe sich der Bedarf verdoppelt. Die Nachfrage nach Viskosezellstoff steige in China, dem derzeit wichtigsten Markt, um 8,6 Prozent jährlich. Als Holz-Defizit-Land muss China 62 Prozent seines Bedarfs importieren. Auch in Indonesien oder Taiwan entstünden neue Verarbeitungskapazitäten, sieht Harbring neue Absatzchancen.

AustroCel Hallein habe den Vorteil, langfaserigen Zellstoff aus reinem Fichtenholz zu liefern. Dieser lasse sich schneller und leichter verarbeiten als kurzfaseriger Zellstoff aus Eukalyptusholz, wie ihn Produzenten in südlichen Ländern anbieten. Außerdem profitiere man davon, dass es in China keine Strafzölle auf Zellstoff aus Europa gebe. Bei Zellstoff aus Brasilien oder Kanada wäre das der Fall.

Bio-Treibstoff aus Holzzucker

Neben der Weiterentwicklung des Textilzellstoffs für Spezialanwendungen konzentriert man sich bei AustroCel in Hallein derzeit darauf, ein weiteres Standbein zu etablieren. Die bei der Produktion entstehende Braunlauge enthält viel Holzzucker. Aus diesem will der Industriebetrieb künftig Bio-Treibstoff gewinnen. Geht alles nach Plan, dann werde man 2020 mit der Produktion starten, kündigte Harbring an.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 250 Mitarbeiter. In den kommenden Jahren werde man für den Wachstumskurs zusätzliches Personal brauchen, sagte Harbring. Mit der Werbekampagne “Die Baumwollmacher” sucht das Unternehmen deshalb in Österreich und Bayern nach Lehrlingen und Fachkräften.

(APA)

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