Autohandel, ÖAMTC und ARBÖ warnen vor “Handy-Händlern”

Das Bundesgremium Fahrzeughandel, der ÖAMTC und der ARBÖ fordern eine Reglementierung des Kfz-Handels, um die Kunden vor “Handy-Händlern” zu schützen. Denn bei diesen bestehe die Gefahr, dass die Fahrzeuge nicht verkehrstauglich sind und es zu Haftungsproblemen kommen könnte. Das Ersatzteil- und Zubehörgeschäft soll davon nicht betroffen sein.

“Der Handel mit Kfz-Ersatzteilen soll dabei weiterhin unter das allgemeine Handelsgewerbe fallen und ein freies Gewerbe bleiben. An der bestehenden Praxis des Verkaufs von Kfz-Ersatzteilen, insbesondere durch Tankstellen sowie Eisenwaren- und Baustoffhändler soll sich somit rechtlich nichts ändern”, teilten der Fahrzeughandel und die Automobilklubs am Freitag in einer Aussendung mit.

Als “Handy-Händler” werden jene Anbieter bezeichnet, die primär als Einzelperson im Internet auftreten und lediglich eine Handynummer ohne genaue Anschrift ausweisen.

In Österreich hat sich der Autohandel nach einigen schweren Jahren zuletzt wieder erholt. Zwischen Jänner und Oktober sind heuer die Pkw-Neuzulassungen um 6,1 Prozent auf 278.451 Einheiten gestiegen.

Ein Blick auf die Online-Vergleichplattform “autogott.at” zeigt aber, dass der Preisdruck weiter hoch ist. Alleine auf der Startseite der Tageszulassungen fanden sich Freitagmittag 30 Autos mit einem Rabatt von bis zu 40 Prozent. Spitzenreiter ist ein Opel Insignia mit 51 Prozent Preisnachlass.

Die Autohändler geben aber zu bedenken, dass diese massiven Rabatte Ausreißer seien und sich primär auf Fahrzeuge beziehen würden, die schon länger auf Lager stehen. Konsumentenschützer wiederum weisen darauf hin, dass die Garantieleistung mit der Erstzulassung zu laufen beginnt. Ein Auto mit Tageszulassung, das schon lange auf Halde steht, hat daher nur mehr eine eingeschränkte Garantielaufzeit.

In Österreich werden heuer laut Fahrzeugimporteuren voraussichtlich 320.000 Autos neu zugelassen. Zwei Drittel aller Neuzulassungen entfallen inzwischen auf Firmenfahrzeuge, das Durchschnittsalter der Privatkäufer liegt bei über 50 Jahren. Der Durchschnittspreis eines Neuwagens beträgt rund 28.000 Euro, die Autoversicherung kostet die Kfz-Eigner im Schnitt ca. 1.000 Euro im Jahr.

Die Onlineplattform “durchblicker.at” hat sich im September die Autovorlieben nach Alter angesehen: Unter den Mercedes-Fahrern sind die über 65 Jährigen klar die dominanteste Altersgruppe. Auch bei Skoda sind sie mit knappem Vorsprung am stärksten vertreten. Die “jüngsten” Marken sind Audi und BMW, hier sind die 17-24 Jährigen die am stärksten vertretene Gruppe.

Highlight für das Autojahr 2017 ist traditionell die Vienna Autoshow im Wiener Messegelände. Sie findet vom 12. bis 15. Jänner statt und dürfte auch im kommenden Jahr wieder stark auf E-Fahrzeuge setzen. Vorgestern hatte die Regierung und Autoimporteure eine E-Mobilitäts-Paket präsentiert, mit dem unter anderem neue E-Autos mit 4.000 Euro gefördert werden.

(APA)

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