Was muss ich beim automatischen Lohnsteuerausgleich beachten?

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Die Erleichterung des Finanzamtes trifft nur einen Teil der Steuerzahler. (Themenbild)
Die Erleichterung des Finanzamtes trifft nur einen Teil der Steuerzahler. (Themenbild) - © APA/Gindl/Archiv
Seit 1. Jänner 2017 gibt es den automatischen Lohnsteuerausgleich. Aber nicht jede Arbeitnehmerveranlagung macht sich jetzt von selbst. Wie haben uns für euch angesehen, wie ihr sicher eure Steuern zurückbekommt. Ganz einfach ist das leider nicht.




Der Lohnsteuerausgleich sollte sich ab 2017 quasi von selbst erledigen. Die “Antragslose Arbeitnehmerveranlagung” (AANV), wie das im Jargon des Finanzamtes heißt, trifft aber nur gewisse Gruppen. Vor allem für Geringverdiener und Pensionisten soll sich der Lohnsteuerausgleich weitgehend von selbst erledigen. Einige Fragezeichen bleiben aber. Hier gibt es den Überblick.

Wie funktioniert der automatische Lohnsteuerausgleich?

Wirklich von selbst erledigt sich die Arbeitnehmerveranlagung auch 2017 nicht – zumindest für die meisten nicht. Den Antrag spart sich nur, wer ohnehin nur Pauschalbeträge in Anspruch nimmt, also keine Sonderausgaben, Werbekosten, Kinderbetreuungsausgaben oder ähnliches geltend machen will. Wer in den letzten beiden Jahren solche zusätzlichen Ausgaben abgesetzt hat, muss auch jetzt die Arbeitnehmerveranlagung manuell einreichen, teilte das Finanzamt gegenüber der APA mit. „Sobald ich über der Steuergrenze (11.000 Euro) bin, muss ich immer eine Arbeitnehmerveranlagung machen“, stellt Peter Leder, Steuerexperte bei der Arbeiterkammer Salzburg (AK), im Gespräch mit SALZBURG24, klar.

Am ehesten können sich so Geringverdiener (bis zur “Steuergrenze” von 11.000 Euro jährlich) und Pensionisten einen Antrag sparen. Die sogenannte Negativsteuer von 400 Euro für Geringverdiener und 110 Euro für Pensionisten wird ab der zweiten Jahreshälfte automatisch ausgezahlt. Für Mindestpensionisten gibt es die Negativsteuer nicht. Prinzipiell gilt auch hier: Wer zusätzliche Ausgaben absetzen möchte, muss weiterhin einen Antrag stellen.

Wie erfahre ich, ob mein Lohnsteuerausgleich automatisch läuft?

Das Finanzamt kündigte an, ab Juli Informationsschreiben an all jene Personen, die für den automatischen Lohnsteuerausgleich infrage kommen, zu schicken. Österreichweit soll das laut Schätzungen des Finanzamtes eine Million Menschen vom automatischen Lohnsteuerausgleich profitieren, 200 Millionen Euro sollen so rückerstattet werden. Wer mit seiner “automatischen” Steuergutschrift nicht zufrieden ist, kann die Steuererklärung nachreichen – und zwar bis zu fünf Jahre lang, wie es im Finanzministerium heißt.

Offene Fragen: “Die Leute werden uns die Türe einrennen”

Unter Umständen zahlt es sich aus, noch einen Blick auf den automatisch erstellten Lohnsteuerausgleich zu werfen. Für Niedrigverdiener könne es sich etwa ausgehen, dass – je nach Höhe des Verdienstes – eine Pendlerpauschale in Anspruch genommen wird. So kann die Negativsteuer von 400 Euro im Idealfall nochmal um 100 Euro aufgefettet werden, wie Lederer an einem Beispiel mit einem Brutto-Monatsverdienst von 1.000 Euro vorrechnet. Für genaue Fälle kann man etwa die Steuerexperten bei der Arbeiterkammer fragen. Wie genau die AANV vom Finanzamt gehandhabt wird, werde sich erst herausstellen, wenn die entsprechenden Schreiben im Sommer ausgeschickt werden, meint Lederer. “Dann werden uns die Leute wahrscheinlich eh die Türe einrennen”, sagt der Steuerexperte voraus.

Apropos: Ab 2017 registriert die Finanz automatisch auch steuerlich absetzbare Spenden, Kirchenbeiträge sowie Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten in der Sozialversicherung, berichtete die APA. Diese Summen können dann beim Lohnsteuerausgleich für 2017 berücksichtigt werden. Voraussetzung ist bei Spenden aber, dass die jeweilige Organisation Name und Geburtsdatum des Spenders kennt. Wer nicht will, dass die Finanz von Spenden erfährt, kann die Weitergabe der Daten untersagen.

 

 

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