Autoreifen werden wegen höherer Kosten für Kautschuk teurer

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Auch Continental ist betroffen
Auch Continental ist betroffen - © APA (dpa)
Wegen höherer Kautschuk-Kosten müssen die Hersteller von Autoreifen ihre Preise erhöhen. Continental, Pirelli, Goodyear und Hankook kündigten dies an oder setzen es bereits in die Tat um. Aus Expertensicht betrifft es die ganze Branche.

Die Firmen begründen den Preisanstieg um bis zu neun Prozent mit höheren Rohstoffkosten vor allem für Kautschuk.

Preisanstieg notwendig, so Experten

“Die Hersteller müssen ihre Preise anheben, andernfalls würden ihre Gewinnmargen schrumpfen”, sagte Frank Biller, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). “Die höheren Kosten werden weitergereicht – der eine Hersteller macht das früher, der andere später.”

Erhebliche Kostenbelastung durch Kautschuk

Conti sprach mit Blick auf höhere Bezugspreise für Kautschuk von einer “erheblichen zusätzlichen Kostenbelastung, die wir derzeit für das laufende Jahr 2017 in einer Größenordnung von 500 Millionen Euro erwarten”. Schon seit dem letzten Quartal 2016 hätten sich die Beschaffungspreise für Synthese- und Naturkautschuk erhöht. Für Händler, die Conti-Reifen beziehen, werde das einzeln festgelegt. “Die jeweiligen Erhöhungen werden wir nach detaillierter Analyse unserer Kostensituation schrittweise umsetzen”, sagte ein Sprecher.

Preisanstieg von bis zu fünf Prozent

Reifen von Hankook werden zum 1. April teurer – und zwar um vier bis fünf Prozent. Die Firma betonte, dass sich ihre Gewinnspanne dadurch nicht erhöhe. “Die avisierte Preiserhöhung kompensiert derzeit lediglich die zusätzlichen Materialkosten aufgrund stark gestiegener Rohstoffpreise”, erklärte ein Hankook-Sprecher. Pirelli-Reifen werden zeitgleich teurer – um bis zu neun Prozent. Goodyear hat die Preise bereits zum 1. März um bis zu acht Prozent angehoben.

Endverbraucher auch betroffen

Die höheren Preise betreffen zunächst zwar nur Händler, die Reifen beziehen. Aus Sicht Billers ist es aber klar, dass diese entsprechend mitziehen und damit auch die Endverbraucher betroffen sein werden.

Trotz des Rohstoff-Kostenballasts sind die Perspektiven der Branche positiv. Da weltweit mehr Fahrzeuge auf den Straßen fahren, steige das Marktpotenzial für die Reifenhersteller, sagte Biller. Gut für die Firmen sei beispielsweise der Boom beim Geländewagen-Verkauf – Reifen für solche Fahrzeuge sind größer und teurer, die Gewinnspanne ist größer als bei Standardreifen für kleinere Pkw.

(APA/dpa)

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