Baby tot geprügelt: Risikofaktoren laut Experten unerkannt

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Die Ermittlungen wegen Mordes gegen die Eltern laufen.
Die Ermittlungen wegen Mordes gegen die Eltern laufen. - © Neumayr/MMV/Archiv
Nach dem Tod eines Babys ermittelt die Staatsanwaltschaft St. Pölten gegen die Eltern wegen Mordes. Die Österreichischen Kinderschutzzentren schlugen anlässlich dieses Falls Alarm: “Mit Überforderung allein kann der Umstand nicht erklärt werden, dass ein Säugling in den Händen seiner Eltern zu Schaden kommt oder gar sterben muss”, hieß es am Dienstagabend in einer Aussendung.


Nachträgliche Untersuchungen würden zeigen, dass betroffene Familien eine Reihe erheblicher Risikofaktoren aufweisen.

Risikofaktoren nicht erkannt

Diese werden offenbar nicht erkannt: Der Bundesverband der Kinderschutzzentren nannte unter anderem Armut, niedrigen Bildungsstand, Mangel sozialer Netze sowie eigene Erfahrungen von Vernachlässigung und/oder Gewalt der Eltern als erhebliche Einflussfaktoren.

Kinder völlig hilflos

Kinder im ersten Lebensjahr sind völlig hilflos, können sich nicht artikulieren, und haben kaum andere Kontakte als ihre Pflegepersonen – die in der Regel auch die Täter sind. Während Kinder ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr, sofern sie eine Betreuungseinrichtung besuchen, durch diesen Außenkontakt ein zusätzliches Umfeld haben, das auch als Schutzfaktor dienen kann.

Misshandlung von Säuglingen “alltägliche Gewalt in vielen Formen”

“Misshandlungen im Säuglingsalter mit und ohne Todesfolge sind nur die beklemmende Spitze eines Eisbergs alltäglicher Gewalt in vielen Formen”, sagte Psychologin Adele Lassenberger, Vorsitzende der Österreichischen Kinderschutzzentren. Die Anlaufstellen seien einerseits bestrebt durch Beratung den Weg aus der Gewaltspirale mit Familien zu gehen, und zum anderen könnten Betroffene ihre Gewalterlebnisse aufarbeiten.

Mehr Engagement zum Thema Kinderschutz

Der Bundesverband forderte mehr Engagement zum Thema Kinderschutz. Es bedarf “eine vernetzte Infrastruktur” zwischen Justiz, Gesundheitssystem und psychosozialen Netzwerken, um Familien zu erreichen, die sich aufgrund ihrer Lebenslage oft nicht zu Helfen wissen. Klare Botschaften, begleitende Auflagen und unterstützende Kontrolle seien Eckpfeiler eines modernen Kinderschutzes. Diesen gelte es weiterzuentwickeln. Was fehlt sind Ressourcen, appellierte der Bundesverband.

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