Bad Reichenhall: Nächtliche Suchaktion im Roßkar

Der Mann hatte sich verstiegen.
Der Mann hatte sich verstiegen. - © BRK
Rund fünf Stunden lang waren in der Nacht auf Mittwoch im benachbarten Bad Reichenhall (Lkr. BGL) mehrere Bergretter im Einsatz. Ein 65-Jähriger hatte sich im Roßkar verstiegen.

Der Urlauber aus Leipzig hatte den Mittelstaufensteig zwischen Zennokopf und Mittelstaufen aus den Augen verloren und dann versucht, südlich durch steile Geröll- und Latschenfelder übers Roßkar in Richtung Seegraben abzusteigen, teilte das bayerische Rote Kreuz am Mittwoch in einer Aussendung mit. Als es dunkel wurde, musste die Bergwacht den in Bergnot geratenen Mann suchen und per Trage ins Tal und ins Krankenhaus bringen. Der erschöpfte und dehydrierte 65-Jährige war zuvor mehrmals abgerutscht und hatte sich diverse Schürfwunden zugezogen.

Handy-Ortung blieb ohne Erfolg

Als gegen 20.20 Uhr der Notruf von Begleitern einging, die sich um den Mann Sorgen machten, versuchte der Reichenhaller Bergwacht-Einsatzleiter den Verstiegenen zunächst zu orten. Der Mann konnte aber weder das Blaulicht des Einsatzfahrzeugs im Tal erkennen noch mit Licht so auf sich aufmerksam machen, dass die Retter seine Position eingrenzen hätten können; auch eine Handy-Ortung der Leitstelle scheiterte. Anhand der Beschreibungen des Mannes ging die Bergwacht aber davon aus, dass der Urlauber vom Mittelstaufensteig aus südlich übers Roßkar in Richtung Seegraben abgestiegen sein musste.

Zehn Bergretter im Roßkar im Einsatz

Zwei Mannschaften fuhren bis zur Dreiviertelstundentafel am Zwiesel und gingen dann zu Fuß über den unterhalb des Roßkars verlaufenden Blausteig in Richtung Bartlmahd sowie in Richtung Zennokopf-Gipfel weiter, um vom dort aus dann dem Mittelstaufensteig zu folgen. Gegen 22.30 Uhr konnte die Suchmannschaft am Blausteig dann im Roßkar Rufkontakt zu dem Urlauber herstellen. Die Retter stiegen durchs Geröllfeld und die Latschen zu dem Mann auf und führten ihn dann aufgrund seines schlechten Zustands langsam zum Steig hinab. Nachrückende Einsatzkräfte brachten eine Trage, mit der der 65-Jährige die restliche Strecke bis zum Bergwachtauto transportiert wurde. Die Retter lieferten ihn im Anschluss in die Kreisklinik Bad Reichenhall ein. Zehn Bergretter waren über fünf Stunden lang bis weit nach Mitternacht gefordert.

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