Bau von 380-kv-Leitung beginnt Mitte des Jahres

Bau von 380-kv-Leitung beginnt Mitte des Jahres
Salzburg – Der Verbund plant Mitte des Jahres den Bau der 380-kv-Leitung. Die 46 km lange Leitung zwischen Salzburg und Oberösterreich soll voraussichtlich 2011 in Betrieb gehen. Die Bürgerinitiativen im Salzburger Flachgau kündigten massive Proteste an. Landesrgegierung führt am Montag Gespräch mit Verbund

Der Verbund startet mit dem Bau der 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen Salzach neu (Salzburg) und St. Peter (Oberösterreich) – einem Teil des österreichischen 380-kV-Rings – Mitte des Jahres. Durch die Errichtung der 46 Kilometer langen Leitung könnten 64 Kilometer derzeit bestehende 110- und 220-kV-Hochspannungsleitungen abgebaut werden. Die Leitung soll 2011 in Betrieb gehen, teilte die Verbund-Austrian Power Grid AG am Freitag in einer Aussendung mit.

Dieses Projekt trage zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei, wurde betont. Das Investitionsvolumen von 96 Mio. Euro mit einem hohen heimischen Wertschöpfungsanteil leiste einen wichtigen Beitrag zur Konjunkturbelebung. Nach Vorliegen aller Genehmigungen und Beschlüsse sowie einer umfangreichen Information der Bevölkerung würde mit den Bauvorbereitungen für eines der bestgeprüften Infrastrukturprojekte des Landes begonnen, hieß es in der Aussendung. “Der 380-kV-Höchstspannungsring ist als Rückgrat der österreichischen Stromversorgung das Kernstück der Netzausbauplanung der Verbund-Austrian Power Grid AG.” Darüber hinaus stelle der Ausbau des Höchstspannungsringes eine der wesentlichen Grundlagen zur Erreichung der österreichischen Klimaziele dar, da der forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien starker und sicherer Netze bedürfe.

Die Realisierung des Projektes sei ein wichtiger Impuls für die österreichische und regionale Wirtschaft. Die heimische Wertschöpfung des Projekts liege nach Erfahrungswerten bei ca. 80 Prozent. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stärke der Verbund mit diesen Investitionen österreichische Unternehmen und sichere damit wichtige Arbeitsplätze.

Für den 2. Teil der Salzburgleitung “Tauern – Salzach neu” wurde noch kein Genehmigungsverfahren eingeleitet. Derzeit wird der Bericht des EU-Koordinators abgewartet.

Doris Bernhofer, Sprecherin der Bürgerinitiativen im Flachgau, kündigte massive Proteste an. Sie strebt entsprechend dem Salzburger “Landeselektrizität Neu”, demzufolge unter bestimmten Bedingungen Stromleitungen im Höchstspannungsbereich verkabelt werden müssen, ein Gesetz auf Bundesebene an, um den Bau der 380-kv-Leitung doch noch verhindern zu können. Wie der Berndorfer Bürgermeister Josef Guggenberger Ende März beklagte, birge jedoch auch das neue Landeselektrizitätsgesetz rechtliche Tücken. So gelte die gesetzliche Bestimmung für eine Teilverkabelung im Landesgesetz allerdings nur für Höchstspannungsleitungen, die ausschließlich auf dem Gebiet des Landes Salzburgs errichtet werden. Mit dem neuen Salzburger Landeselektrizitätsgesetz kann damit der Bau der Freileitung im Flachgau nicht verhindert werden, sind ja die vom ersten Teilabschnitt betroffenen vier Gemeinden Berndorf, Seeham, Obertrum und Seekirchen Teil eines länderübergreifenden Projektes, das bereits vor zwei Jahren bewilligt wurde.

Die Flachgauer Bürgerinitiativen planen nun mit Beschluss zum Baubeginn der Freileitung Demonstrationen größeren Ausmaßes, “bis uns die Aufmerksamkeit Wiens gewiss ist”, wie Doris Bernhofer in einer gemeinsamen Aussendung mitteilte. 

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