Bauernbund wird gegen Spar-Butter aus Bayern protestieren

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Der Herkunftsort ist auf der Rückseite ersichtlich und farblich hervorgehoben.
Der Herkunftsort ist auf der Rückseite ersichtlich und farblich hervorgehoben. - © APA/Helmut Fohringer
Bauernbund-Direktor Hannes Abentung hat heute Protestmaßnahmen gegen den Verkauf einer Butter aus Bayern beim Handelskonzern Spar angekündigt. Welche Maßnahmen genau, werde noch geprüft.

Sollten auch andere Handelsketten dem Beispiel Spar folgen, werden auch diese den Ärger der Milchbauern spüren, so Abentung am Mittwoch zur APA.

Abentung: Bauern in “verzweifelter Situation”

Die Bauern sind laut Abentung in einer “verzweifelten Situation”, die Stimmung sei auf dem “Siedepunkt”. Dass Spar als österreichisches Unternehmen hier den österreichischen Landwirten “in den Rücken falle” sei ein “Angriff auf die Bauern”.

Spar täusche Konsumenten

Dass die heimischen Agrarier Milch bis nach China liefern – und dies noch ausbauen wollen – sieht Abentung nicht im Widerspruch zum Protest gegen bayrische Butter. Denn im Falle von Spar werde der Konsument getäuscht, da er davon ausgeht, Butter aus österreichischer Milch zu kaufen.

Bayern als Herkunftsort angegeben

Dass der Herkunftsort Bayern auf der Verpackung angeführt ist, reicht Abentung nicht. Dies sei nur mit der Lupe lesbar und außerdem nur auf der Rückseite deklariert. Ein Blick auf die Verpackung zeigt: Der Herkunftsort ist tatsächlich nur auf der Rückseite ersichtlich, allerdings farblich hervorgehoben und in gleich großer Schrift wie die Inhaltsstoffe.

Abentung: Butter aus Bayern nicht garantiert ohne Gentechnik

Für Abentung ist bei der bayrischen Butter nicht garantiert dass sie gentechnikfrei ist. Und das, obwohl sich Spar öffentlich gegen das Freihandelsabkommen TTIP ausspricht. Der Bauernbund lehnt TTIP nicht prinzipiell ab, hätte aber gerne Nachbesserungen.

Im Vorjahr wurden 34.000 Tonnen Butter hierzulande erzeugt, 4.000 Tonnen gingen laut Bauernbund in den Export. Eingeführt wurden 16.000 Tonnen.

Sanktionen gegen Russland treffen auch Milchbauern

Auslöser für den Ärger ist der gesunkene Milchpreis als Folge des Endes der Milchquote und der russischen Sanktionen. Für das Ende der Milchquote hatten sich auch der Bauernbund und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) ausgesprochen. Die Interessensgemeinschaft Milch hingegen hatte vor einem Preisverfall gewarnt, der die logische Folge eines größeren Milchangebotes sei.

Milchqoute: “Chance für alle Milchbauern”

Als die Milchquote im März 2015 auslief sprach Abentung von einer “Chance für alle österreichischen Milchbauern”. Und Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes meinte: “Auf diesen Tag haben sich Österreichs Milchbäuerinnen und Milchbauern und die Verarbeiter seit Jahren bestens vorbereitet.”

Die heimischen Milchbauern erhalten seit März nur mehr zwischen 27 Cent und 29 Cent für konventionelle Milch. Anfang 2014 lag der Preis noch bei 42 Cent je Liter.

(APA)

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