Baumaschinen für neues Paracelsusbad sollen 2016 auffahren

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Die Baumaschinen für das neue Paracelsusbad sollen 2016 auffahren.
Die Baumaschinen für das neue Paracelsusbad sollen 2016 auffahren. - © Neumayr
Für das neue Salzburger Paracelsus-Hallenbad am bestehenden Standort gibt es seit Montagnachmittag ein Siegerprojekt und einen neuen Ressortchef. Welcher der vier verbliebenen Pläne verwirklicht werden soll, kann aber erst nach Ablauf einer zehntägigen Stillhaltefrist bekannt gegeben werden, hieß es am Dienstag bei einem Pressegespräch.


Über ein neues Bad diskutiert wird in der Salzburger Stadtpolitik schon seit den 1980er-Jahren. Vor zwei Jahren gab es dann endlich einen Wettbewerbssieger, doch heuer im Sommer stellte sich heraus, dass dessen Pläne innerhalb der Vorgaben nicht umsetzbar sind. Außerdem konnte das Siegerteam den geforderten Eignungsnachweis nicht erbringen.

Der Bürgermeister hat sich entschieden

Kürzlich hat die Jury erneut getagt, und am Montagnachmittag hat sich Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) als Eigentümervertreter für ein Projekt entschieden. Ob er der Empfehlung der Jury gefolgt sei, ließ Schaden unter Hinweis auf die Verschwiegenheitspflicht unbeantwortet.

Barbara Unterkofler entmachtet

Ebenfalls am Montag haben SPÖ, ÖVP und Bürgerliste der bisher ressortzuständigen Stadträtin Barbara Unterkofler (NEOS) die Agenden für das Projekt in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Stadtsenates entzogen. Unterkofler hatte nach der Jury-Sitzung gewarnt, dass der Kostenrahmen von 55 Mio. Euro schwer zu halten sei. Laut eigener Kostenschätzung sei mit 70 Mio. zu rechnen, so die Stadträtin, die auch einen Ausstieg aus dem Projekt in den Raum stellte.

SPÖ, ÖVP und Bürgerliste gegen Unterkofler

Schaden, Vbgm. Harald Preuner (ÖVP) und Planungs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste, die Grünen in der Stadt Salzburg) platzte daraufhin der Kragen und beschlossen die Entmachtung Unterkoflers. “Der Prozess, wo und welches Bad gebaut wird, wurde 2010 abgeschlossen. Wir stehen mit dem Kostenrahmen und dem Raumprogramm heute immer noch dort. Es gibt also keinen Grund, zum x-ten Mal von vorne zu beginnen”, sagte dazu heute Padutsch. Die Stadt baue weder einen Luxustempel noch ein Spaßbad, sondern ein Familienbad mit einem Spaß-Element.

Schaden betont Verschwiegenheitspflicht

Dass der Beschluss am Montag hinter verschlossenen Türen stattfand, begründete Schaden mit der Verschwiegenheitspflicht zum Wettbewerb. Unterkofler hatte in der anfangs öffentlichen Sitzung auch in einem Satz von der Jury gesprochen. “Es ist unglaublich, was da passiert”, sagte die Stadträtin später. Sie kündigte an, die Gemeindeaufsicht des Landes einzuschalten, weil der Beschluss aus formalen Gründen rechtswidrig sei. “Wenn nunmehr ein äußerst knapp gehaltener und ohne jegliche sachliche Unterlage versehener Amtsbericht dazu dienen soll, einer warnenden Politikerin ihre Aufgaben zu nehmen, so erachte ich dies als rechtsmissbräuchlich”, so Unterkofler. Es spreche Bände, wenn Politiker “alten Schlages einen offenen und ehrlichen Umgang mit Fakten als Majestätsbeleidigung empfinden und unliebsame Politikerinnen kurzerhand die Kompetenzen entziehen.”

Neues Paracelsusbad “im Kostenrahmen”

Dass das Projekt weiterhin im Kostenrahmen liege, ließ sich Schaden von Projekt-Manager Heinz Rossmann bestätigen. Bei den vier verbliebenen Projekten liegen die Errichtungskosten demnach im Durchschnitt bei 53,6 Mio. Euro. Nicht eingerechnet seien dabei die Tiefgarage und die Büros, weil diese andere Nutzer hätten, etwa die Parkgaragengesellschaft. Preuner sprach von einem “absichtlichen Vermischen von Zahlen” in Richtung Unterkofler: “Wir haben uns, so leid es tut, zu diesem Schritt durchringen müssen.”

“Nein” zum Bad mit Freilassing

Hält der Zeitplan, dann fahren 2016 im Kurgarten die Baumaschinen auf. Damit ist dann wohl auch der Vorschlag aus Eugendorf, ein gemeinsames Bad mit Bayern zu bauen (wir haben berichtet) vom Tisch. Übrigens: In einer von SALZBURG24 initiierten Umfrage hat der Großteil der Befragten (nämlich 76, 3 Prozent, Stand Dienstag 14 Uhr) für das gemeinsame Projekt gestimmt.

 

klumfrage

(SALZBURG24/APA)

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