Bauskandal St. Wolfgang: Bürgermeister schreibt Brief an Bürger

Der Bürgermeister schrieb nun einen Brief an alle Bewohner (Symbolbild).
Der Bürgermeister schrieb nun einen Brief an alle Bewohner (Symbolbild). - © Bilderbox
Der Bürgermeister von St. Wolfgang im Salzkammergut Franz Eisl (ÖVP) hat im Zusammenhang mit dem Bauskandal in seiner Gemeinde einen am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Einwohner geschickt. Darin richtet er einen Appell zur Zusammenarbeit aller.

Der Brief ist eine Reaktion auf die am Mittwoch erfolgte Veröffentlichung des Ergebnisses einer Sonderprüfung durch den oö. Landesrechnungshof (LRH). Dieser war tätig geworden, nachdem bekannt geworden war, dass es bei beinahe 1.000 Bauverfahren Mängel gibt. Das Kontrollorgan stellte in seinem Bericht gravierende rechtliche Probleme und Missstände fest, aus denen hohe finanzielle Schäden entstanden seien.

Bürgermeister deckt Bau-Affäre auf

Aufgedeckt wurde die Affäre durch den seit 2015 im Amt befindlichen, neuen Bürgermeister Eisl. Er hatte bei seiner Einarbeitung die Mängel entdeckt und eine Liste von davon betroffenen 974 Bauakten aus den vergangenen 20 Jahren zusammengestellt. Sogar das Gemeindeamt war demnach ein Schwarzbau, weil dafür die Baugenehmigung fehlte.

Rechnungshof empfiehlt harte Maßnahmen für St.Wolfgang

Der Chef der 2.787 Hauptwohnsitze zählenden Gemeinde wandte sich nun in einem mit “Liebe Wolfgangerinnen, liebe Wolfganger” übertitelten Brief an die Einwohner. Er hielt fest, dass der Prüfbericht des LRH “kein Ruhmesblatt für St. Wolfgang” sei und die darin enthaltene Kritik Verwaltung, Politik und möglicherweise die gesamte Bevölkerung vor sehr große Herausforderungen stellen werde. “In diesen nicht leichten Tagen” ersuche er, “die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und den politischen Verantwortungsträgern auch in Zukunft aufrecht zu erhalten”. Von an allen drei Fraktionen im Gemeinderat – 13 ÖVP-, neun SPÖ-, drei FPÖ-Mandatare – gebe es ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit.

Weil die Finanzprobleme der Gemeinde groß seien und der Rechnungshof harte Maßnahmen empfehle, müsse ein Sanierungskonzept erstellt werden. Eisl kündigte an, der Gemeinderat werde dazu im Februar zu einer Klausur zusammenkommen. Er berichtete aber auch, dass die Aufarbeitung begonnen habe und erste Erfolge zeige. Demnach seien innerhalb eines halben Jahres die festgestellten unerledigten Bauakten um annähernd die Hälfte reduziert worden. Der Bürgermeister lobte dabei die Zusammenarbeit der Bauwerber mit dem Team im Gemeindeamt.

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen