BAWAG ab 25. Oktober an der Wiener Börse

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Die Zusammenarbeit mit der Post wird beendet
Die Zusammenarbeit mit der Post wird beendet - © APA
Die BAWAG hat nun ihren Börsengang in Wien konkretisiert. Ab Donnerstag (12.10.) können Aktien gezeichnet werden, am 25. Oktober ist die Erstnotiz in Wien geplant. Anteilsscheine werden zwischen 47 und 52 Euro angeboten, womit die Bank mit bis zu 5,2 Mrd. Euro bewertet wird. Gekauft hatte Cerberus die BAWAG 2006 um rund 2,6 Mrd. Euro, später wurden aber noch 600 Mio. Euro Kapital zugeschossen.

Die Hauptaktionäre Cerberus und Golden Tree halten derzeit gemeinsam 94 Prozent der BAWAG, sie wollen ihre Beteiligung durch den Verkauf von Anteilen auf 32,1 bzw. 23,5 Prozent absenken. Alle Verträge zur Zusammenarbeit würden gekündigt, sodass die beiden Fonds die Bank künftig nicht mehr beherrschen werden, heißt es im Börsenprospekt. Die US-Fonds machen mit der Aktion ihre Beteiligung zu Geld – der Bank selber fließt aus dem Börsengang kein Kapital zu. Der (Netto-)Buchwert des Unternehmens liege bei 3,35 Mrd. Euro oder 33,5 Euro je Aktie, der Börsenwert daher bei dem bis zu 1,5fachen des Buchwerts.

Private können Aktien bis zum 23. Oktober zeichnen, institutionelle Anleger bis zum 24. Oktober. Wobei außerhalb Österreichs der Börsengang als Privatplatzierung abgewickelt wird. Bis zu 40,25 Mio. BAWAG-Aktien werden an die Börse kommen, von 100 Mio. Aktien insgesamt. Ausdrücklich hält die Bank fest, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass die beiden Großinvestoren nach Ablauf der Behaltefristen weitere Aktien verkaufen. Der Börsengang der BAWAG ist der erste solche Schritt eines größeren Unternehmens an der Wiener Börse seit FACC im Jahr 2014. Der letzte vergleichbar große Börsengang war die Strabag im Jahr 2007.

Die Bank muss im Börsenprospekt auf alle nur erdenklichen Risiken eingehen. Dazu gehört, dass die geplante Kündigung des Vertrags mit der Post womöglich nicht die erhofften Einsparungen bringt oder zu langem Rechtsstreit führt. Dazu gehört auch, dass im Streit mit der Stadt Linz um ein schiefgegangenes Swap-Geschäft noch hohe Abschreibungen im dreistelligen Millionenbereich fällig werden können. Die BAWAG verweist im Börsenprospekt auch darauf, dass noch Schweizer-Franken-Kredite im wert von 1,5 Mrd. Euro laufen (per 30. Juni 2017), die einem Währungsrisiko und damit einem indirekten höheren Ausfallsrisiko unterliegen.

Die BAWAG hat jedenfalls fix vor, die Zusammenarbeit mit der Post noch vor dem Jahresende zu kündigen. Damit würde die Trennung Ende 2020 wirksam werden. Die Post habe sich nicht auf einen Vorschlag zur Umstrukturierung der Zusammenarbeit eingelassen, heißt es im Börsenprospekt der BAWAG. Ohne neue Vereinbarung werde die Zusammenarbeit spätestens am 31. Dezember gekündigt.

Derzeit werde das Netz mit 433 Filialen gemeinsam mit der Post betrieben. In der Übergangszeit will die BAWAG ein eigenes Netz mit rund 100 Filialen aufbauen – zu den derzeit 74 eigenen Filialen sollen noch 25 neue BAWAG-Standorte dazukommen. Auch sollen eigene Berater aufgenommen und ausgebildet werden. Derzeit seien etwa 300 der knapp 1.000 BAWAG-Berater von der Post angestellt. Es würden aber deutlich weniger neue Berater aufgenommen, als derzeit von der Post gestellt werden.

Die Post wiederum will sich nicht zur Gänze aus diesem Geschäft zurückziehen. “Wir wollen auch nach 2020 noch Finanzdienstleistungen anbieten”, sagte Post-Sprecher Michael Homola auf APA-Anfrage. Da es schon länger Hinweise auf eine Kündigung der Zusammenarbeit durch die BAWAG gegeben habe, habe die Post bereits vor einiger Zeit begonnen, national und international Kooperationspartner und andere Möglichkeiten zu suchen, um weiter Finanzdienstleistungen anzubieten.

(APA)

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