Belgierin des Menschenhandels mit Adoptivkindern verdächtigt

Nach einem Adoptionsskandal um afrikanische Waisenkinder ist eine Belgierin wegen Verdachts auf Geiselnahme und Menschenhandel verhaftet worden. Sie soll für die Übergabe der Kinder aus der Demokratischen Republik Kongo an belgische Adoptivfamilien Geld verlangt haben, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Drei von elf Adoptionen sollen zudem illegal gewesen sein.

Der Fall beschäftigt die Justiz den Angaben zufolge schon seit einem Jahr. Die Kinder aus dem Waisenhaus der Verdächtigen in Kinshasa sollten im November 2015 nach Belgien zu ihren Adoptivfamilien kommen. Kurz vor der geplanten Ausreise habe die Frau sie aber versteckt und eine erhebliche Summe Geldes verlangt, sagte ein Sprecher. Erst nach einigen Tagen seien die Kinder an die belgischen Familien übergeben worden.

Danach begannen Ermittlungen, die am 10. November zur Festnahme der Frau führten. Gegen sie wird auch wegen Urkundenfälschung ermittelt. Bei drei der elf Kinder sollen die rechtlichen Voraussetzungen für eine internationale Adoption gefehlt haben. Sie würden von den kongolesischen Behörden gesucht, hieß es.

In dem Fall waren sieben weitere Personen befragt, aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Am Donnerstag gab es laut Staatsanwaltschaft vier weitere Durchsuchungen in Brüssel und Lüttich. Betroffen war nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga auch das Kabinett des in der Föderation Brüssel-Wallonie für Adoptionen zuständigen Ministers Rachid Madrane. Ein Verdacht gegen die Behörde bestehe aber nicht.

(APA/dpa)

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