330 Tote trotz Waffenruhe in der Ukraine

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Auch während Waffenruhe wurden Menschen getötet
Auch während Waffenruhe wurden Menschen getötet
Seit der Vereinbarung einer Waffenruhe vor gut einem Monat sind im umkämpften Osten der Ukraine mehr als 330 Menschen getötet worden. Das teilte die UNO-Menschenrechtskommission am Mittwoch in Genf mit. Unterdessen wurden aus den Rebellenhochburgen Donezk und Luhansk neue Gefechte gemeldet, bei denen binnen 24 Stunden mindestens sechs Menschen ums Leben kamen.


Seit dem Beginn der Feuerpause am 6. September wurden bis zum 6. Oktober nach Angaben der Vereinten Nationen 331 Todesopfer gezählt. Insgesamt ist die Zahl der Toten seit Beginn der Kämpfe Mitte April mittlerweile auf mindestens 3.660 gestiegen, wie aus dem Bericht des UNO-Büros für Menschenrechte hervorgeht. Weitere 8.756 Menschen seien verletzt worden.

Derzeit seien rund 376.000 Menschen auf der Flucht, teilte die UNO mit. Viele Bewohner des Konfliktgebiets seien ohne Einkünfte, weil in Folge der Gewalt fast 40.000 kleine und mittlere Betriebe ihre Arbeit eingestellt hätten.

Eine Gruppe von 35 Beobachtern stellte im Auftrag der UNO zwischen dem 18. August und dem 16. September zudem zahlreiche Menschenrechtsverletzungen fest. “Bewaffnete Gruppen terrorisieren die Bevölkerung in den von ihnen kontrollierten Gebieten mit Entführungen, Folter und Misshandlungen”, erklärte die Menschenrechtskommission. Zwischen dem 24. August und dem 5. September sei die Zahl der Gefangennahmen durch bewaffnete Gruppen stark angestiegen, es lägen alarmierende Berichte über Folter, Misshandlung und sexuelle Übergriffe gegen Gefangene vor, hieß es in dem UNO-Bericht.

Nach Angaben der Stadtverwaltung von Donezk wurden in der Nacht auf Mittwoch drei Zivilisten getötet und vier weitere verletzt, als zwei Gebäude durch Beschuss vollkommen zerstört wurden. Der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko sagte am Mittwoch, binnen 24 Stunden seien zudem drei Soldaten getötet und zwölf weitere verletzt worden.

Auch aus der Region Luhansk meldeten die Behörden neue Gefechte. Der von Kiew designierte Gouverneur der Region, Gennadi Moskal, berichtete von Mörserbeschuss auf die Stadt Popasna 80 Kilometer östlich von Luhansk. Berichte über mögliche Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Kommunikationsverbindungen in die Ortschaft waren unterbrochen.

Die ukrainische Armee und die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine hatten sich Anfang September in der weißrussischen Hauptstadt Minsk in zwei Verhandlungsrunden auf eine Waffenruhe verständigt. Diese wurde in den vergangenen Tagen aber immer häufiger verletzt. Hauptbestandteil des Abkommens ist der Rückzug aller Kampfeinheiten auf jeweils mindestens 15 Kilometer hinter die Frontlinie. Die so entstehende 30 Kilometer breite Pufferzone soll unter die Aufsicht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gestellt werden.

“Die Waffenruhe ist ein sehr willkommener Schritt zur Beendigung der Krise in der Ostukraine”, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Prinz Said Raad al-Hussein. “Ich fordere alle Parteien dazu auf, diese ernsthaft zu respektieren und aufrechtzuerhalten und die Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur ein für alle Male zu stoppen.”

Die Zahl der von dem Konflikt betroffenen Zivilisten bezifferte Al-Hussein auf mehr als fünf Millionen. Er forderte, dass alle Menschenrechtsverletzungen rückhaltlos untersucht und verfolgt werden müssten, darunter der Beschuss von Zivilisten, Morde, mutmaßliche sexuelle Gewalt, die illegale Beschlagnahmung von Eigentum sowie die Misshandlung von Gefangenen

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