Bereits mehr Flüchtlinge im Mittelmeer umgekommen als 2015

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Menschenhändler setzen immer öfter überladene Boote ein
Menschenhändler setzen immer öfter überladene Boote ein - © APA (AFP)
Bei der Flucht über das Mittelmeer sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in diesem Jahr bereits 4.220 Menschen umgekommen und damit weit mehr als 2015, als es im gesamten Jahr laut IOM 3.771 waren. Bis Anfang November seien 725 Todesfälle mehr registriert worden als im Vorjahreszeitraum, teilte die mit den UN verbundene Organisation am Freitag in Genf mit.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) erklärte, obwohl mittlerweile weniger Menschen auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer fliehen würden, kämen dabei mehr denn je ums Leben. UN-Experten führen das darauf zurück, dass Menschenschmuggler vor allem von der Küste Libyens aus immer öfter seeuntüchtige und zudem überladene Boote einsetzen.

“Schmuggler schossen auf sie”

Erst am Donnerstag hatten IOM-Helfer in Italien von einer erneuten Tragödie mit wahrscheinlich etwa 240 ertrunkenen Flüchtlingen berichtet. Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef zufolge zwangen die Schmuggler die Flüchtlinge zuvor mit Waffengewalt dazu, an Bord zu gehen. Augenzeugen hätten berichtet, dass diese nicht auf das Schiff gehen wollten, weil es ihnen unsicher erschienen sei. “Aber die Schmuggler schossen auf sie und zwangen sie, zu gehen”, sagte Helena Rodriguez von Unicef.

2.000 Flüchtlinge seit Donnerstag gerettet

Etwa 2.000 Flüchtlinge sind indessen seit Donnerstag im Mittelmeer bei 17 verschiedenen Einsätzen gerettet worden. Dabei wurde auch die Leiche einer Frau geborgen, berichtete die italienische Küstenwache, die die Rettungsaktion koordinierte. Ein junger Flüchtling, der einen Schiffbruch überlebt hatte und in kritischer Lage ins Spital in Palermo eingeliefert wurde, starb, nachdem er vor dem Ertrinken knapp gerettet worden war. Allein am Freitag wurden 1.200 Migranten im zentralen Mittelmeer bei zehn Einsätzen in Sicherheit gebracht. Die Migranten befanden sich an Bord von acht Schlauchbooten und zwei kleineren Booten. Die Rettungseinsätze erfolgten bei schwieriger Wetterlage.

(APA/dpa)

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