Bergheimer Modelleisenbahn Gruppe: “Haben die Talsohle verlassen”

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Der Sitz des Unternehmens in Bergheim.
Der Sitz des Unternehmens in Bergheim. - © Modelleisenbahn Holding
Die Modelleisenbahn Gruppe aus Bergheim (Flachgau) hat turbulente Zeiten hinter sich: Wirtschaftlich war die Lage schwierig, Teile der Produktion wurden nach Vietnam verlagert. Nun sei das Schlimmste überstanden, ist sich Finanzchef Gerhard Joiser sicher. Trotzdem geht die Arbeit weiter.

Die Modelleisenbahn Gruppe kommt mit dem Umbau der Produktion gut voran. Die Herstellung im neuen Werk in Vietnam mit aktuell 130 Beschäftigten wird 2017 rund 15 Prozent der Gesamtproduktion liefern. Seit dem Beschluss der neuen Strategie im Sommer 2015 ist auch der Umsatz wieder deutlich gestiegen, und zwar um 12 Prozent bis zum Juni 2017. Das gab der Finanzchef der Modelleisenbahn Gruppe, Gerhard Joiser am Dienstag am Unternehmenssitz in Bergheim bei Salzburg bekannt. Für 2018 erwartet das Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone, ab 2020 sollen wieder nachhaltige Gewinne erzielte werden.

Modelleisenbahn-Chef: „Stehen viel besser als vor zwei Jahren da“

“Wir nützen die derzeit stabile Phase in unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz, um den Umbau des Unternehmens voranzutreiben”, teilte Joiser via Aussendung mit. Nach einem deutlichen Umsatzrückgang im Sommer 2015 wurden nicht nur sofort marktseitige Maßnahmen ergriffen, sondern auch konsequent versucht, Kostenoptimierungen, unter anderem bei der deutschen Tochter Fleischmann, zu erzielen. „Wir haben uns von einigen Hindernissen auf dem Weg in eine positive Zukunft befreit, stehen heute viel besser als vor zwei Jahren da“, betonte Joiser.

Modelleisenbahnen haben schon bessere Zeiten erlebt./APA/Tröschner/Themenbild Modelleisenbahnen haben schon bessere Zeiten erlebt./APA/Tröschner/Themenbild ©

Alle Werke sollen bestehen bleiben

Nun steht die operative Trendwende im Mittelpunkt der Anstrengungen. 2017 wird der operative Abgang deutlich reduziert, aber noch immer mit Einmalkosten für den Umbau belastet. 2018 wird erstmals der Kosteneffekt des neuen Standortes in Vietnam wirksam. Dort baut die Modelleisenbahngruppe als erster namhafter Hersteller der Branche ein Werk auf. Parallel zu dieser Entwicklung wird in den Werken in Österreich, Rumänien und der Slowakei die Produktion verlagert und neu organisiert, was 2017 weitere Einmalkosten auslöst. Aus heutiger Sicht werde man kein Werk schließen, aber die Arbeitsteilung und die Dimensionen überprüfen, kündigte Joiser an.

“Der kolportierte operative Abgang in der Bilanz 2015 wurde kürzlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Diese Bilanz ist ein komplexes Zahlenwerk von positiven wie negativen Einmaleffekten und bildet das schwierige Jahr 2015 ab. Wir haben diese Talsohle aber längst verlassen”, bekräftigte Joiser. Das sei auch daran ersichtlich, dass das Eigenkapital der Gruppe in der Zwischenzeit auf 29 Prozent angestiegen sei.

Partnersuche und Verkaufsoption

Die Modelleisenbahn Gruppe bestätigte, dass sie aktuell Partnerschaften auf verschiedenen Ebenen sondiert. „Wir führen Gespräche darüber, wie wir enger mit Partnern kooperieren können. Unsere Produkte sind mit mehreren hundert Komponenten hochkomplex, die Herstellung ist sehr anspruchsvoll. Die Hersteller machen heute zu viel alleine, das möchten wir für uns ändern“, erläuterte Joiser. Ein Gesamtverkauf sei dafür eine von vielen Möglichkeiten, aber nur wenn die Partnerschaft passt. Die Gespräche seien fruchtbar, finale Ergebnisse lägen noch nicht vor.

 

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