Bergunfall in Krimml: So haben Retter das Unglück erlebt

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Fünf Hubschrauber waren bei der Rettung vor Ort - für die Retter ein fordernder Einsatz.
Fünf Hubschrauber waren bei der Rettung vor Ort - für die Retter ein fordernder Einsatz. - © Rotes Kreuz Salzburg
Ein Alpinunglück bei der Mannlkarscharte in Krimml (Pinzgau) schockierte am Sonntag Salzburg: Fünf Männer stürzten in den Tod, einer überlebte schwer verletzt. Auch für die Retter kein alltäglicher Einsatz, wie Rot-Kreuz-Einsatzleiter Anton Voithofer im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt.

Um 10 Uhr ging am Sonntag der Notruf ein: Sechs Bergsteiger aus dem benachbarten Bayern waren unterhalb der Mannlkarscharte 200 Meter abgestürzt. Anton Voithofer war als Einsatzleiter des Roten Kreuzes in der Leitstelle in Zell am See. Als der erste Hubschrauber zu Unfallstelle kam, hieß es, eine Person hätte gewunken, erzählt Voithofer gegenüber SALZBURG24. Von den anderen gab es keine Zeichen. Wenig später wurde aus der dunklen Vorahnung Gewissheit: Für fünf der sechs Alpinisten würde es keine Rettung mehr geben. Der Sechste erlitt kritische Verletzungen, ist aber außer Lebensgefahr, wie das Unfallkrankenhaus Salzburg auf S24-Anfrage bestätigte.

Unglück mit fünf Toten: “Man glaubt, das gibt es nicht”

Dass bei einem Sommerunfall so viele Personen umkommen, hat Voithofer in seiner Zeit beim Roten Kreuz noch nicht erlebt. Was im Kopf eines Retters vorgeht, wenn das tragische Ausmaß eines solchen Unglücks Gewissheit wird? „Da glaubt man, das gibt es nicht, das kann nicht sein. Bis die Meldung kommt, dass es eben so ist“, sagt Voithofer „Das muss man so schnell wie möglich verarbeiten und das passiert am besten in der Maschine“, erzählt der Bezirksrettungskommandant des Pinzgaus weiter. Denn für die Flugretter ging es gleich weiter. Für sie war der Einsatz nach eineinhalb Stunden beendet, weil die Bergung der Leichen das Innenministerium übernahm. Schon am Nachmittag standen daher die nächsten Einsätze an.

Nach Unfall in Krimml: Keine einfache Sache für Retter

„Man verarbeitet es am leichtesten, wenn man miteinander redet“, gibt Anton Voithofer die Methode preis, um über solche Erlebnisse hinweg zu kommen. Auch das hauseigene Kriseninterventionsteam (KIT) stehe den Mitarbeitern zur Verfügung. So richtig komme das Erlebte oft erst nach dem Dienst hoch. Voithofer geht dann am liebsten eine Runde oder erklimmt einen Gipfel. Da hätte aber jeder seine eigene Methode, so der Einsatzleiter. “Einfach ist das für die Retter aber nicht”, meint Voithofer abschließend.

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