Bergunglück in Krimml: Kann Ablauf jemals geklärt werden?

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Ein Hubschrauber und Einsatzkräfte im Gebiet der Unfallstelle.
Ein Hubschrauber und Einsatzkräfte im Gebiet der Unfallstelle. - © APA/zeitungsfoto.at
Rund eine Woche nach dem tragischen Bergunglück in Krimml (Pinzgau) mit fünf Toten soll der einzige Überlebende, ein 75-jähriger Deutscher, am Dienstag vom Unfallkrankenhaus (UKH) Salzburg in die Christian-Doppler-Klinik verlegt werden. Von der Polizei konnte der Mann noch nicht befragt werden. Wann dies möglich sein wird, ist noch unklar.

Wie Wolfgang Voelckel, Leiter des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin im Unfallkrankenhaus Salzburg, am Montag auf SALZBURG24 bestätigte, werde der 75-Jährige aller Voraussicht nach am Dienstag zu Rehabilitationsmaßnahmen in die Christian-Doppler-Klinik verlegt. Über dessen Gesundheitszustand machte der Arzt keine näheren Angaben.

Im Bild: Wolfgang Voelckel, Leiter des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin im Unfallkrankenhaus Salzburg./Neumayr/MMV/Archiv Im Bild: Wolfgang Voelckel, Leiter des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin im Unfallkrankenhaus Salzburg./Neumayr/MMV/Archiv ©

Krimml: Seilschaft stürzt 200 Meter ab

Das Unglück hat sich am 27. August um etwa 10.00 Uhr auf einer Seehöhe von rund 2.900 Metern ereignet. Die Bayern hatten auf der Zittauerhütte genächtigt und wollten über das Wildgerloskees zum Gabler (3.263 Meter) und zur gleich daneben befindlichen Reichenspitze (3.303) aufsteigen.

Offenbar wollte der letzte der Bayern umkehren, weil ihm der Aufstieg zu riskant wurde. Als die Gruppe umdrehen wollte, dürfte der Zweite oder Dritte der Seilschaft ausgerutscht sein. Der Alpinist riss die gesamte Seilschaft mit, die rund 200 Meter über das Eis rutschte und dann in die Randspalte des Gletschers stürzte. Dabei kamen fünf Bayern im Alter von 34, 56, 65, 69 und 70 Jahren ums Leben. Der 75-Jährige wurde mit schweren Verletzungen geborgen und ins UKH geflogen, wo er bis dato behandelt wird.

Kann sich 75-Jähriger an Absturz erinnern?

Die Polizei wartet seither auf das OK der Ärzte, um den einzigen Überlebenden zu befragen. Es soll noch geklärt werden, in welcher Reihenfolge die Bergsteiger am Seil gegangen sind. Wann dies der Fall sein wird, ist laut Voelckel aber noch nicht abzusehen. “Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei”, so der Primar. Es bleibt des Weiteren abzuwarten, ob sich der 75-Jährige überhaupt an das Unglück erinnern kann. “Bei so schweren Kopfverletzungen ist eine Erinnerungslücke nicht ungewöhnlich”, erklärte der Arzt. Ob jemals geklärt werden kann, was sich in den letzten Minuten vor dem Absturz zugetragen hat, bleibt also weiterhin offen.

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