“Terror-Akt” in London: IS übernimmt Verantwortung

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In einem voll besetzten U-Bahn-Waggon gab es am Freitagvormittag gegen 8.20 Uhr (9.20 Uhr MEZ) eine Bombenexplosion. Wie der Sender Sky-News berichtet, soll der Verdächtige bereits identifiziert sein. Außerdem hat sich die Terrorgruppe IS zu dem Anschlag bekannt.

Nach einer Bombenexplosion in einem voll besetzten U-Bahn-Zug in London bei der mindestens 29 Menschen verletzt worden. Ein Verdächtiger ist durch die Auswertung von Überwachungsvideos identifiziert worden. Dies berichtete “Sky News” unter Berufung auf Sicherheitskreise am Freitag. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Täter oder den Tätern ein. Sie geht von einem Terroranschlag aus. Das Motiv war zunächst unklar. Es war bereits der fünfte Anschlag in einem Jahr in der britischen Hauptstadt. Bei vier vorhergehenden Attacken starben 36 Menschen.

An der Fahndung nach den Tätern beteiligte sich neben der Polizei auch der Inlandsgeheimdienst MI5. Angaben von US-Präsident Donald Trump, die Attentäter seien im Vorfeld “im Visier von Scotland Yard” gewesen, bestätigten die britischen Behörden nicht. Die Londoner Polizei sprach von einer “nicht hilfreichen Spekulation”.

Bombenexplosion sei “Terroristischer Akt”

Die Behörden sprachen zunächst von einem “Vorfall”, mittlerweile wird von einem “terroristischen Akt” ausgegangen. 29 Personen wurden nach aktuellem Stand verletzt, niemand befindet sich in kritischem Zustand. Die Explosion in der U-Bahn sei durch einen selbst gebauten Sprengsatz ausgelöst worden, sagte der Chef der Anti-Terror-Abteilung der britischen Polizei, Mark Rowley, am Freitag vor Journalisten.

May: “Feiger Angriff”

Die Explosion in der Londoner U-Bahn sollte nach Angaben der britischen Premierministerin Theresa May schwere Zerstörung verursachen. “Der Sprengsatz sollte enorme Schäden anrichten”, sagte May am Freitag in einer Fernsehansprache nach einer Sitzung ihres Sicherheitskabinetts in London. Sie sprach von einem “feigen Angriff”.

Sky News berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Bombe sei nicht vollständig detoniert, so dass Schlimmeres verhindert worden sei. May kündigte an, den oder die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. “Die Polizei tut alles, um die Täter zu identifizieren”, sagte May am Freitagnachmittag der BBC. Sie appellierte an die Bevölkerung, sich möglichst normal ihrem Alltag zu widmen.

Terrorwarnstufe auf kritisch erhöht

May hat die Terrorwarnstufe von “ernst” auf “kritisch” erhöht. Damit ist die höchste Warnstufe erreicht. Sie sagte am Freitagabend, es werde eine höhere Präsenz bewaffneter Polizeikräfte an öffentlichen Plätzen geben. Zudem werde das Militär die Polizei unterstützen. Die Terrorwarnstufe “kritisch” deutet darauf hin, dass ein neuerliches Attentat möglicherweise unmittelbar bevorsteht.

London - Explosion in der U-Bahn

Augenzeugen berichten von “Flammenwand”

Augenzeugen sprachen von einem lauten Knall und einer “Flammenwand”, die sich in dem Waggon ausgebreitet haben soll. Die Menschen seien in Panik aus der U-Bahn-Station geflohen. Der Vorfall ereignete sich gegen 08.20 Uhr (Ortszeit; 09.20 Uhr MESZ). “Ich telefonierte gerade und hielt mein Gesicht seitlich zum Ort der Explosion”, sagte Fahrgast Peter Crowley der BBC. Plötzlich habe er einen extrem heißen “Feuerball” über seinem Kopf gespürt. Auf den Bildern erkennt man Brandwunden in Crowleys Gesicht sowie versengte Haare. “Es gab Menschen, die sahen deutlich schlimmer aus als ich”, sagte er.


Ein Zeugin namens Emma sagte dem Sender BBC 5: “Ich lief die Treppen runter. Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen hingefallen waren.” Eine Mann namens Luke sagte dem Sender: “Es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen.”

Augenzeugen berichteten, einige Passagiere seien mit schweren Verbrennungen und blutüberströmt aus der U-Bahn im bürgerlichen Wohnviertel Fulham gekommen. Eine Reporterin der Zeitung “Metro” sagte, ein weißer Behälter sei in dem Waggon explodiert. Passagiere hätten schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten.

Khan: London wird sich nicht von Terror besiegen lassen

Londons Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte die Bluttat. “Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören”, sagte er laut einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. London werde sich niemals vom Terror besiegen lassen. An die Bürger appellierte er, ruhig und zu gleich wachsam zu bleiben.


Der britische Außenminister Boris Johnson rief die Menschen indessen auf, Ruhe zu bewahren. “Leider habe ich nur eingeschränkte Informationen und es ist im Moment sehr wichtig, nicht zu spekulieren”, sagte Johnson dem Nachrichtensender “Channel 4 News”. “Alle sollten die Ruhe bewahren und ihren Alltag ganz normal fortsetzen, so normal wie es irgendwie geht.” Johnson verwies für weitere Informationen auf die zuständigen Behörden.

Was steckt hinter der Lidl-Bombe?

In sozialen Medien kursierte ein Bild von einem weißen Eimer in einer Supermarkt-Tüte, der die eine Explosion ausgelöst haben soll. Aus dem Eimer hingen Drähte. Die Polizei bestätigte die Echtheit des Fotos noch nicht.

Die oberirdische Metro-Haltestelle Parsons Green wurde weiträumig gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Auf Fernsehbildern war ein großes Aufgebot an Rettungskräften zu sehen. Die Feuerwehr teilte mit, sie sei mit 50 Mann im Einsatz. Im Fernsehen waren bewaffnete Polizeieinheiten zu sehen. Die Menschen wurden aufgerufen, die Umgebung zu meiden. Der Zugverkehr wurde teilweise unterbrochen.

(APA/SALZBURG24)

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