Berlins Innensenator will Amri-Skandal aufklären

Akt.:
Geisel will nichts verschleiern
Geisel will nichts verschleiern - © APA (dpa)
Der Berliner Innensenator Andreas Geisel hat eine rückhaltlose Aufklärung des Ermittlungsskandals um den Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri angekündigt. “Das sind wir den Opfern, den Angehörigen und den Überlebenden schuldig”, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Abgeordnetenhaus des deutschen Bundeslandes Berlin. Im Raum steht der Verdacht der Strafvereitelung im Amt.

“Wir können kein Interesse daran haben, dass irgendetwas verschleiert wird”, so Geisel. “Wenn es Schwachstellen gibt, dann muss man sie benennen.” Er habe weiter Vertrauen in die Polizei, fügte der Senator hinzu. “Aber das schließt Fehlverhalten Einzelner nicht aus.” Das müsse Konsequenzen haben.

Geisel zufolge gibt es Erkenntnisse, dass Amri vor dem Attentat wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels hätte festgenommen werden können. Dies gehe aus einem nun entdeckten Dokument des Landeskriminalamtes (LKA) vom November 2016 hervor.

Im Februar 2017 sei dann ein zweiter Vermerk gefertigt und auf November zurückdatiert worden, in dem nur noch von “Kleinsthandel” mit Drogen die Rede gewesen sei. Dies wäre kein Haftgrund gewesen. Nun besteht dem Senator zufolge unter anderem der Verdacht der Strafvereitelung im Amt.

(APA/dpa)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen