Bernadette Schild heiratet und wechselt Ski-Marke

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Bernadette Schild geht mit ihrem Konditionstrainer den Bund der Ehe ein.
Bernadette Schild geht mit ihrem Konditionstrainer den Bund der Ehe ein. - © APA/EXPA/JOHANN GRODER
Nach ihrer zurückgetretenen Schwester Marlies sowie diesen Sommer die Teamkolleginnen Anna Veith und Michaela Kirchgasser hat auch Bernadette Schild geheiratet und geht als Neo-Ehefrau in den ersten Saisonslalom am Samstag in Levi. Zudem startet die Salzburgerin dort nach dem Wechsel zu Head auf neuen Ski in den WM-Winter.

Die Erwartungen für das Rennen vom nur 438 Meter hohen Levitunturi sind bei der Junioren-Weltmeisterin von 2008 freilich nicht sehr hoch. Es liegt auch an der eigenwilligen Struktur des im oberen Teil flachen “Hügels”, dass Schild nördlich des Polarkreises eine schwache Bilanz vorzuweisen und nur ein Mal (2010) als 17. überhaupt angeschrieben hat.

Schild mit drei Weltcup-Podestplätze

Doch die Zuversicht lebt. “Ich werde im Flachen zwar kein Genie mehr werden. Aber ich habe einiges gefunden und bin auch dort besser geworden”, gab sich Schild zuversichtlich. “Ob es gleich klappt, weiß ich aber natürlich nicht und sehe Levi daher eher nur als Renn-Test”, schwächte die 26-Jährige ab, die bisher eher im steilen Gelände zu Hause war. Mut machen ihr nun vor allem die neuen Ski, auf denen sie sich “überraschend schnell” wohlgefühlt hat. Schild hat zwei mehr oder weniger verkorkste Saisonen hinter sich. Davor waren ihr schon drei Weltcup-Podestplätze gelungen. Im März 2013 hatte sie bei ihrer ersten Podestfahrt als Zweite hinter US-Jungstar Mikaela Shiffrin den ersten Weltcup-Sieg in Lenzerheide sogar um nur zwei Zehntelsekunden verpasst, danach folgten noch zwei dritte Plätze in Courchevel und Kranjska Gora.

Schild heiratet Konditionstrainer

Der folgende Wechsel zu Rossignol – auf dieser Marke gewannen vergangenen Winter Frida Hansdotter und Henrik Kristoffersen die Slalom-Wertungen – brachte aber nicht die erhoffte Steigerung. Und Schild letztlich zur Erkenntnis, dass der Ski zum Läufer und nicht der Läufer zum Ski passen muss. Abseits des Skirennfahrens hat Schild vergangenen Sommer privat einen großen Schritt gesetzt. Zwei Wochen, nachdem Schwester Marlies und Benjamin Raich auch kirchlich den Bund der Ehe vollzogen hatten, gab Bernadette ihrem privaten Konditionstrainer, dem Sportwissenschafter Armin Wierer, das Ja-Wort. “Für mich hat sich dadurch nichts verändert. Es war ein wunderschöner Tag und das alles gibt immenses Vertrauen.”

Slalom-Spezialistin behält Familiennamen

Dass sie – vorerst – ihren Familiennamen behielt, hat mehrere Gründe. Einerseits habe sie gehofft, damit vielen Fragen ausweichen zu können, gestand Schild im APA-Gespräch. Dazu kamen Überlegungen hinsichtlich Sponsoren. Außerdem sei ihr versichert worden, dass eine Namensänderung sehr rasch umgesetzt werden könne. “Also gab es keine Eile, es war eine Entscheidung von einer halben Minute”, blickt Schild schmunzelnd auf den Tag der Tage zurück. Die Slalom-Spezialistin aus Saalfelden hofft, bald wieder an ihre guten Ergebnisse anknüpfen zu können, vorerst eben weiterhin als “Schild”. Die Hoffnung ist groß, auch wenn Levi nur ein “Renntest” wird und das normalerweise folgende Aspen mit seinem steilen und technisch anspruchsvollen Rennhang diesmal erst im März beim Finale im Kalender steht.

Mit Zuversichtlich in Richtung WM

Besonders freut sich Schild auf Semmering (“Den Hang mag ich sehr gerne”) und Squaw Valley. Sie hat zwar den traumhaft schönen Ski-Ort in Kalifornien noch nie im Winter besucht, dafür aufgrund der Bekanntschaft ihrer Eltern mit der Familie des ehemaligen Rennläufers Eric Poulsen mehrere Male privat im Sommer. “Echt super, dass wir nun da als Rennläuferinnen hin dürfen”, freut sich Schild auf den spät in den Kalender gekommenen Tour-Stopp am Lake Tahoe. Trotz der zuletzt schwierigen Weltcup-Saisonen ist Schild hinter Kirchgasser (9.) und Carmen Thalmann (12.) derzeit als 16. drittbeste ÖSV-Fahrerin in der von Hansdotter vor Veronika Velez-Zuzulova (SVK) und Shiffrin angeführten Slalom-Startliste. “Erfolg kann man nicht planen. Aber ich weiß, dass ich gut Skifahren kann”, ist die kleine Schwester der einstigen Slalom-Königin Marlies zuversichtlich wie eh und je, dass sie sich auch für die kommende WM in St. Moritz qualifiziert. Zuletzt war sie aufgrund mangelnder Ergebnisse für Vail 2015 nur auf Abruf nominiert worden. Auch im Riesentorlauf hat die Stams-Maturantin zugelegt. Im Sommer in Neuseeland hat sie vor der Norwegerin Ragnhild Mowinckel ein FIS-Rennen in dieser Disziplin gewonnen.

(APA)

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