Besuch beim Wirt wieder teurer

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Für Essen und Getränke muss man 2016 tiefer in die Tasche greifen.
Für Essen und Getränke muss man 2016 tiefer in die Tasche greifen. - © Bilderbox
Beim Wirt müssen Gäste heuer wieder etwas tiefer in die Geldbörse greifen. Essen und Trinken sind um vier Prozent teurer geworden im Vergleich zum Vorjahr, wie die Arbeiterkammer Salzburg (AK) ermittelte.

Am meisten bekommen das die Wurst-Liebhaber zu spüren. Ein Paar Frankfurter mit Gebäck kostet rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Überhaupt scheint es die Klassiker am meisten zu treffen. Auch Bananensplit und Apfelstrudel sind spürbar teurer geworden. Bei den Getränken führt der Apfelsaft die Liste der Teuerungen mit vier Prozent Preissteigerung an, gefolgt von der halben Bier mit rund 2,4 Prozent.

Preise beim Wirt steigen überdurchschnittlich

Diese Erhöhung der Preise ist allerdings keine Ausnahme mehr. Die AK beobachtet schon länger, dass die Preise in den Wirtshäusern im Vergleich zum Verbraucherpreis-Index (VI) überproportional zu nehmen. Zum Vergleich: Der VI stieg nur um 0,6 Prozent an, während die Preise für Speisen und Getränke um vier Prozent gestiegen sind. Vergleicht man die Erhebung 2016 mit der von 2011, so stiegen die Preise seitdem um 14,52 Prozent, während der VPI in dieser Zeit nur um 7,5 Prozent raufgegangen ist. Es ist also erkennbar, dass die Preisaufschläge der Gastronomen regelmäßig deutlich über der durchschnittlichen Teuerungsrate liegen.

Immer gleiche Betriebe unter die Lupe genommen

Die heurige Gastronomie-Preiserhebung der Arbeiterkammer Salzburg fand zwischen Anfang und Mitte September 2016 statt – in 32 Gastronomiebetrieben der Stadt Salzburg. Davon waren acht Kaffeehäuser, der Rest Restaurants oder Gasthäuser. Es werden seit Jahren immer die gleichen Betriebe bezüglich ihrer Preisgestaltung von 25 ausgewählten Produkten beobachtet.

Große Preisunterschiede zwischen den Wirten

Schon fast eine Tradition sei die Preisschere bei denselben Produkten in verschiedenen Gasthäuser, so die AK. Bei den schon erwähnten Frankfurter Würsteln liegt die Differenz bei 3,70 Euro, das entspricht über 132 Prozent. In dieselbe Kerbe schlägt der Blattsalat mit Geflügelstreifen. Hier gibt es hier eine Preisspanne von 5,60 Euro oder fast 67 Prozent. Auch bei den Getränken variieren die Preise teils stark: ein Glas Früchtetee startet bei 1,60 Euro, der Spitzenpreis liegt bei 4,20 Euro. Eine Differenz von sagenhaften  162,50 Prozent.

Leitungswasser ist nicht immer gratis

Auch für Leitungswasser müssen Konsumenten immer öfter bezahlen. „Grundsätzlich ist anzumerken, dass ein Wirt für Leitungswasser etwas verlangen darf - wenn er dies in seiner Getränke- bzw. Speisekarte ausweist. Erfolgt dies nicht, stellt das einen Verstoß gegen das Preisauszeichnungsgesetz dar“, informiert Konsumentenschützer Stefan Göweil, der die Erhebung leitete.

13 von 32 getesteten Betrieben verlangten Geld für Leitungswasser. Positiv zu vermelden ist allerdings der Umstand, dass nur drei bei gleichzeitiger Konsumation einer Speise Geld für Wasser sehen wollten. Zehn Lokale verzichteten trotz Preisauszeichnung auf eine Verrechnung, wenn man dazu etwas konsumiert. Bei den restlichen 19 Betrieben, bei denen das Leitungswasser nicht auf der Speise- oder Getränkekarte zu finden war, wurde dafür auch nichts verlangt.

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