Betrüger erleichtert Pensionistin um 30.000 Euro

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Der Mann fand immer neue Gründe, weshalb die Salzburgerin ihm Geld überweisen sollte. (Symbolbild)
Der Mann fand immer neue Gründe, weshalb die Salzburgerin ihm Geld überweisen sollte. (Symbolbild) - © APA/Patrick Seeger/dpa
Auf einen Internetbetrüger ist eine 60-jährige Salzburgerin hereingefallen. Sie lernte den Mann im Sommer im Internet kennen. Er gab sich als reicher Geschäftsmann aus, brauchte aber plötzlich immer Geld von der Frau, da er angeblich nicht auf sein Vermögen zugreifen konnte. In mehreren Tranchen überwies die Pensionistin dem Mann schließlich 30.000 Euro.

Der drei Jahre jüngere Mann behauptete, er sei ein reicher, englischer Geschäftsmann, der in Südafrika lebt. Über WhatsApp zeigte er der Frau einen Scheck, laut dem er gerade eine Gutschrift von sieben Millionen Englische Pfund für ein Geschäft bekommen habe. Bereits nach einem Monat fragte der Mann seine Salzburger Bekanntschaft nach Geld. Der Gewinn sei kurzfristig bei der Bank eingefroren und er brauche dringend Geld für sein Geschäft, behauptete er. Er versprach der Frau, sie würde das Geld umgehen wieder zurück bekommen. Wenig später brauchte er erst Geld für Zoll- und Finanzamtszahlungen, dann für einen Krankenhausaufenhtalt. In drei Monaten überwies die 60-Jährige insgesamt 30.000 Euro. Schließlich ging sie zur Polizei. Diese konnte aufgrund der Überweisungsbelege herausfinden, dass das Geld nach Nigeria ging.

Präventionstipps der Polizei

Die Polizei warnt ausdrücklich vor Betrug im Internet über Partnervermittlungen. Dabei wird das spätere Opfer in eine Affäre verwickelt und in weiterer Folge finanziell ausgebeutet. Die Kontaktaufnahme erfolgt oftmals auf Social Media-Portalen wie etwa Facebook.

Nach Aufbau einer Vertrauensbasis und Zusage eines Treffens wird unter dem Vorwand einer Notsituation (“Ich wurde soeben beraubt” oder das “plötzlich schwer erkrankte Kind”) um finanzielle Unterstützung ersucht. Geldbeträge sollen dann wegen der schlechten Rückverfolgbarkeit per Money-Transfer-Dienst übermittelt werden. Wird einmal bezahlt, erfolgt sofort die nächste Hiobsbotschaft und ein weiterer schwerer Schicksalsschlag erfordert eine neuerliche Überweisung. Durch die zum Teil sehr emotionalen Affären werden Betroffene um sehr hohe Geldbeträge betrogen.

Tatsächlich sind die “geliebten” Personen oft gar nicht existent. Dahinter stecken üblicherweise perfekte Betrüger mit guten Umgangsformen und guter Tarnung. Bei den vorgegebenen Identitäten handelt es sich oft um normale, situierte Bürger, die selbst nicht einmal ahnen, dass ihr Name und zum Teil ihr Internetauftritt für Betrugszwecke verwendet wird.

So schützt ihr euch vor Betrug im Netz

Schützt im Netz eure eigene Identität. Sämtliche bekannt gegebenen persönlichen Daten erleichtern dem Täter sein Vorhaben. Die Polizei rät, keine persönlichen Fotos oder Videoaufnahmen mit den Betrügern auszutauschen. Das erleichtert dem Täter die spätere Umsetzung seines Plans, indem er euch möglicherweise mit der Veröffentlichung derartiger Bilder unter Druck setzt. Einem ersten persönlichen Treffen sollten immer Telefonate vorausgehen und man sollte sich immer an öffentlichen und gut besuchten Orten verabreden.

“Scheuen Sie sich nicht eine Anzeige zu erstatten; wir alle wissen: ‘Liebe macht blind'”, schreibt die Polizei in einer Aussendung. Das ist auch der Grund, warum Täter die Gefühlswelt des späteren Opfers ausnutzen, um so an deren Geld zu gelangen. Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen auch kostenlos und österreichweit unter der Telefonnummer 059133 50 3333 zur Verfügung.

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