Betrugsmasche “CEO Fraud”: Wenn der Chef per Mail um Geld bittet

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Die Betrüger geben sich in der Email als Firmenchef aus. (Symbolbild)
Die Betrüger geben sich in der Email als Firmenchef aus. (Symbolbild) - © Bilderbox
Mit einem vermeintlichen E-Mail des Firmenchefs versuchen Betrüger derzeit, Mitarbeiter eines Unternehmens dazu zu bringen, einen hohen Bargeldbetrag auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Zuletzt konnte im angrenzenden Bayern ein derartiger Fall gerade noch verhindert werden. Auch in Österreich ist die Masche bereits bekannt.

Bayerischen Ermittlern gelang es am Montag, einen Betrag von fast 70.000 Euro auf einem ausländischen Bankkonto “einzufrieren” und somit vor dem Zugriff von Betrügern zu sichern. Diese hatten zuvor eine Firma aus dem Landkreis Berchtesgadener Land dazu gebracht, das Geld auf ein Konto in Großbritannien zu überweisen. Das berichtete die bayerische Polizei am Dienstag in einer Aussendung und erklärt darin, wie die Täter bei “CEO Fraud” (Chief Executive Officer, dt. Firmenchef – Fraud: dt. Betrug) vorgehen.

Rund 40 Fälle in Österreich bekannt

Die Betrugsmasche ist aber bereits seit Längerem gängig. In Österreich sind aus dem Jahr 2016 21 Fälle bekannt, im Vorjahr waren es bereits 43, nannte die Generaldirektorin für die Öffentliche Sicherheit, Michaela Kardeis, im Dezember gegenüber der APA konkrete Zahlen.

Der aktuelle Fall im angrenzenden Bayern:

Der Chef des Unternehmens mit Sitz im Landkreis Berchtesgadener Land habe am Montag bei der Überprüfung der Firmenkonten eine Überweisung in Höhe von beinahe 70.000 Euro auf ein Konto in Großbritannien festgestellt, heißt es im Polizeibericht. Schnell sei klar gewesen, dass die Firma zum Ziel von Betrügern geworden war. Eine Mitarbeiterin hatte demnach drei Tage zuvor eine Mail erhalten, in der sie – angeblich von ihrem Chef – zur Überweisung des Betrages auf das Bankkonto im Ausland aufgefordert worden war. Über die Täter bzw. deren Hintermänner ist aktuell noch nichts bekannt.

Wie funktioniert die Betrugsmasche “CEO Fraud”?

Die Täter nutzen Informationen, die Unternehmen in Wirtschaftsberichten, im Handelsregister oder auf ihren Homepages veröffentlichen, informierte die Polizei. Sie würden ihr Augenmerk insbesondere auf Angaben zu Geschäftspartnern und künftigen Investments legen und sich dann als leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Handelspartner ausgeben. Dabei fordern sie etwa über gefälschte Email-Adressen wegen einer angeblichen Unternehmensübernahme oder einer geänderten Kontoverbindung den Transfer größerer Geldbeträge auf Konten in aller Welt, häufig in osteuropäische Staaten. So konnten Kriminelle in den vergangenen Jahren Millionenbeträge erbeuten.

Wie können Firmen sich schützen?

  • Darauf achten, welche Informationen über das Unternehmen öffentlich sind bzw. wo und was im Zusammenhang mit dem Unternehmen publiziert wird
  • Führt klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen ein
  • Sensibilisiert eure Mitarbeiter hinsichtlich des beschriebenen Betrugsphänomens

Bei ungewöhnlichen Zahlungsanweisungen sollten – vor Veranlassung der Zahlung – folgende Schritte durchgeführt werden, rät die Polizei.

  • Überprüfen der E-Mails auf Absenderadresse und korrekte Schreibweise
  • Verifizieren der Zahlungsaufforderung über Rückruf bzw. schriftliche Rückfrage beim genannten Auftraggeber
  • Kontaktaufnahme mit der Geschäftsleitung bzw. dem Vorgesetzten

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