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27. Oktober 2012 12:42; Akt.: 27.10.2012 12:44

Betrunkener Gefahrgut-Lenker: Geisterfahrt gestoppt

Die Polizei verhinderte gerade noch die Geisterfahrt des betrunkenen Lkw-Lenker Die Polizei verhinderte gerade noch die Geisterfahrt des betrunkenen Lkw-Lenker - © Bilderbox
Ein alkoholisierte Fahrer eines mit Gefahrgut beladenen Lkw hatte Freitagabend auf der A8 versucht von der Grenze in falscher Fahrtrichtung die Autobahn in Richtung München zu befahren.

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Nur durch beherztes Eingreifen der Beamten konnte der Lkw nach wenigen hundert Metern gestoppt werden.
Der Ort des Geschehens ist der ehemalige Grenzübergang zu Österreich „Walserberg“. Dort verzweigt sich in Richtung Salzburg die Autobahn auf mehrere Fahrstreifen und auch in einen von der Autobahn selbst getrennten Bereich, in dem Lkw- wie Pkw-Fahrer parken und beispielsweise auch Vignetten erstehen können. In diesem abgetrennten Bereich hatte sich der Sattelzug befunden, als Polizeibeamte der Verkehrspolizeiinspektion gegen 22.00 Uhr auf ihn aufmerksam wurden. So bewegte sich der mit Gefahrgutkennzeichnung versehene Lkw aus diesem Bereich in falscher Fahrtrichtung heraus auf die Autobahn zu.

Lenker zeigte keine Reaktion

Trotz einer prompten Reaktion der Streifenbeamten und unter Zuhilfenahme von Blaulicht, Signalhorn und Signalschrift „Stop – Polizei“, zeigte der Fahrer des 40-Tonners keinerlei Reaktion. Er verlangsamte weder seine Geschwindigkeit, noch ließ er sich von dem Streifenfahrzeug, das auf seinen Sattelzug zukam und diesen zu blockieren versuchte, beirren.
Statt dessen setzte der Fahrer seine Fahrt mit dem Sattelzug auf dem Standstreifen in falscher Richtung fort. Nach wenigen Metern traf er dort auf einen im Wege stehenden, wartenden Lkw und schwenkte kurzerhand auf die rechte der beiden in Richtung Salzburg führenden Fahrspuren ein. Drei in Richtung Salzburg fahrende Pkw-Fahrer wurden so unvermittelt zum Wechsel auf die linke Fahrspur gezwungen.

Keine Verletzten

Wie durch ein Wunder kam es bei diesen erzwungenen Aktionen zu keinen Zusammenstößen, zumal auf Grund der durch die Herbstferien bedingten Reisewelle und wegen der Beendigung des Lkw-Fahrverbots am österreichischen Nationalfeiertag, zahlreiche Fahrzeuge in Richtung Salzburg unterwegs waren.
Wieder auf dem Standstreifen fahrend konnte der Sattelzug dann nach wenigen Metern von den Beamten mit ihrem Streifenfahrzeug, an dem alle nur erdenklichen lichttechnischen Einrichtungen aktiviert worden waren, abgedrängt und letztendlich auch angehalten werden.
Der Fahrer des Sattelzugs, ein 54-jähriger türkischer Staatsangehöriger, wurde an Ort und Stelle festgenommen.

A8-Totalsperre

Im weiteren Verlauf wurde eine kurzzeitige Totalsperrung der Autobahn erwirkt und in dieser Zeit, der mit 145 Fässern einer giftigen und umweltgefährdenden Flüssigkeit beladene Lkw, zurück auf den Parkplatz in der Nebenspur gesteuert.

Zeugen Gesucht

Der Kraftfahrer wurde zur Blutentnahme in das Klinikum Bad Reichenhall gebracht und sein Führerschein eingezogen. Ein Alkomaten-Vortest hatte Hinweise auf eine Alkoholisierung ergeben. Der Mann durfte die Nacht in einer Arrestzelle der Polizei verbringen und wird im Laufe des Samstag einem Ermittlungsrichter zur Entscheidung über die Haftfrage vorgeführt. Vorgeworfen werden ihm Delikte wie Gefährdung des Straßenverkehrs und Trunkenheit im Verkehr.

Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder die sich durch die Fahrweise des türkischen Kraftfahrers gefährdet fühlten, werden gebeten mit der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein, Tel. 08662/6682-0, Kontakt aufzunehmen.



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