Bevölkerung hat sich vervierfacht: Interessante Fakten rund um das Land Salzburg

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Mit über einer Million Besuchern pro Jahr gilt die Festung Hohensalzburg als das beliebteste Ausflugsziel im Land.
Mit über einer Million Besuchern pro Jahr gilt die Festung Hohensalzburg als das beliebteste Ausflugsziel im Land. - © Wildbild/Archiv
Seit der ersten Volkszählung im Jahr 1869 hat sich die Bevölkerung im Land Salzburg nahezu vervierfacht. Etwa zwei Drittel der 549.263 Salzburger leben im Zentralraum und lediglich fünf Prozent davon in Ortschaften über 1.000 Meter Seehöhe.

Diese Daten gehen aus dem “Statistischen Handbuch Salzburg” hervor. Die Themengebiete reichen von der Topografie Salzburgs über Bevölkerung, Bildung, Arbeitsmarkt und Wirtschaft, Energie und Umwelt, Kultur, Gesundheit und das Wohnen bis hin zu den Gemeinde- und Landesfinanzen. Neben den jeweils aktuellsten Daten ist auch ein zeitlicher Vergleich mit vorangegangenen Jahren integriert, berichtet Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik.

Bevölkerung: Rund zwei Drittel leben im Zentralraum

So zeigt die Publikation auf, dass sich seit der ersten Volkszählung im Jahr 1869 die Bevölkerung im Land Salzburg von 153.159 auf 549.263 Personen im Jahr 2017 erhöht, also fast vervierfacht hat. Etwa zwei Drittel der Salzburger Bevölkerung leben im Zentralraum, ein Drittel ist in den Gebirgsgauen beheimatet. In den Gemeinden über 1.000 Metern Seehöhe leben immerhin rund 27.500 Personen beziehungsweise fünf Prozent der Bevölkerung.

Von der Salzburger Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren verfügte 2015 rund ein Viertel über einen Pflichtschul- und etwa ein Drittel über einen Lehrabschluss. 15 Prozent haben eine berufsbildende mittlere Schule besucht, 13 Prozent haben maturiert, und zwölf Prozent haben ein Studium an einer Universität oder einer hochschulverwandten Einrichtung erfolgreich absolviert. Im Vergleich zu 2011 zeigt sich, dass die Zahl der Personen mit maximal Pflichtschulabschluss sank, während jene mit höherer Schulbildung oder mit universitärer Ausbildung zunahm.

Schülerzahlen sinken, aber mehr Studierende

Die Anzahl der Schüler war im Schuljahr 2015/2016 mit 77.790 um fünf Prozent niedriger als fünf Jahre zuvor. Die sinkenden Geburtenzahlen ließen die Zahl der Kinder in den Volksschulen um sechs Prozent, in den Haupt- und Neuen Mittelschulen inklusive Polytechnischer Lehrgänge um elf Prozent, in der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen um drei Prozent und auch in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen um fünf Prozent zurückgehen. Zuwächse von sieben Prozent gab es dagegen in der AHS-Oberstufe.

Die Zahl der Studierenden an der Universität Salzburg, dem Mozarteum und der Fachhochschule war im Wintersemester 2016/2017 mit insgesamt etwa 22.600 Personen um acht Prozent höher als im Studienjahr 2011/2012. Etwa 8.300 beziehungsweise mehr als 36 Prozent der Studierenden an den genannten Universitäten kamen aus dem Ausland nach Salzburg. An der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg waren knapp 1.400 und an der Privatuniversität Schloss Seeburg mehr als 600 Studierende eingeschrieben.

Arbeitsmarkt: Zunahme an unselbstständig Beschäftigten

Im Jahr 2016 waren knapp 250.200 Personen unselbstständig beschäftigt. Damit zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Zahl der unselbstständig Beschäftigten seit 2009. Die Zahl der Arbeitslosen stieg zwischen 2011 und 2015 an und ging im Folgejahr 2016 auf knapp 14.900 zurück. Analog verlief auch die Entwicklung der Arbeitslosenrate, die sich 2016 mit 5,6 Prozent errechnete.

Land- und Forstwirtschaft: Rückgang an Betrieben

Laut Agrarstrukturerhebung 2013 gab es in Salzburg mehr als 9.500 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die mit fast 24.600 Arbeitskräften eine Fläche von etwa 644.700 Hektar bewirtschafteten. Im Zeitverlauf zeigt sich tendenziell ein Rückgang der Zahl der Betriebe, der Zahl der Arbeitskräfte und der bewirtschafteten Fläche insgesamt. Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft fiel hingegen von 408 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 396 Millionen Euro im Jahr 2016. Nach wie vor entfallen drei Viertel davon auf die Landwirtschaft und ein Viertel auf die Forstwirtschaft. Innerhalb der Landwirtschaft zeigt sich die tierische Erzeugung als dominierender Produktionszweig.

Zweitgrößte Wirtschaftsleistung im Österreich-Vergleich

In Salzburg wurde im Jahr 2015 eine nominelle Wirtschaftsleistung in Höhe von 25 Milliarden Euro erwirtschaftet, das sind mehr als sieben Prozent der Wirtschaftsleistung Österreichs. Im Zeitvergleich zeigt sich nach einem Rückgang seit 2009 ein stetiger Anstieg des Bruttoregionalprodukts. Dividiert durch die Zahl der Einwohner Salzburgs ergibt sich für 2015 eine Wirtschaftsleistung von rund 46.100. Im Bundesländervergleich wird damit nach Wien mit 47.700 Euro die zweithöchste Wirtschaftsleistung pro Kopf erbracht.

Auch die Exporte der Salzburger Wirtschaft entwickelten sich in den vergangenen Jahren positiv. Diese waren im Jahr 2015 mit 10,6 Milliarden Euro deutlich höher als 2009 mit 6,3 Milliarden Euro. Der Anteil der Exporte, die in Länder außerhalb Europas gingen, nahm dabei von knapp einem Viertel auf mehr als ein Drittel zu.

Das Tourismusjahr 2015/2016 brachte neue Rekorde: Fast 7,2 Millionen Gäste verbrachten knapp 27,7 Millionen Nächte im Land Salzburg. Das bedeutet eine Steigerung von 23 beziehungsweise 15 Prozent (Ankünfte beziehungsweise Nächtigungen) verglichen mit 2010/2011.

Energie und Umwelt: Weniger Treibhausgase

In den Jahren 2010 bis 2015 schwankte laut Energiebilanz die in Salzburg jährlich verbrauchte Energie zwischen 71.900 und 78.800 Terajoule (TJ). In diesem Zeitraum lag die inländische Erzeugung von Rohenergie zwischen 32.200 und 38.200 TJ und die Importe zwischen 42.700 und 51.500 TJ. 2010 lag der Anteil der im Land Salzburg durch erneuerbare Energieträger erzeugten Rohenergie bei mehr als 97 Prozent. Dieser Anteil ging allerdings durch den verstärkten Einsatz von Erdgas als Energieträger zurück und lag 2015 bei etwa 91 Prozent.

Die Menge der in Salzburg produzierten Treibhausgase nahm in den Jahren 2009 bis 2014 um neun Prozent ab. Während es bei den Kleinverbrauchern, bei der Energieversorgung und in der Industrie zu einer Verminderung um mehr als 20 Prozent kam, musste beim Verkehr eine leichte Steigerung um knapp zwei Prozent beobachtet werden. Der Gesamtwert betrug 2014 3.710.000 Tonnen CO2-Äquivalente, knapp 43 Prozent davon betrafen den Verkehr.

Verkehr: Zunahme bei neuzugelassenen Leicht-Motorrädern

Der Kraftfahrzeugbestand ist von 2011 bis 2016 von mehr als 378.800 auf 413.200 Fahrzeuge angestiegen, was einem Plus von mehr als neun Prozent entspricht. Während bei Pkw und Kombi die Steigerung acht Prozent beträgt, liegt dieser Wert bei den Lkw bei mehr als 16 Prozent, bei den Motorrädern und Leicht-Motorrädern sogar bei 23 Prozent.

Die Zahl der Neuzulassungen schwankte im betrachteten Zeitraum und lag zuletzt bei rund 35.400 Kraftfahrzeugen pro Jahr, 78 Prozent davon betrafen Pkw und Kombis.

Wohnen: Mehr größere Wohnungen

Zum Stichtag der Gebäude- und Wohnungszählung 2011 wurden im Land Salzburg mehr als 129.200 Gebäude gezählt, das sind um acht Prozent mehr als 2001. Etwas stärker ist in diesem Zeitraum die Zahl der Hauptwohnsitzwohnungen gestiegen, und zwar um neun Prozent auf knapp 223.000 Hauptwohnsitzwohnungen. Differenziert nach der Größe wird ersichtlich, dass die Wohnungen bis unter 45 Quadratmeter um fünf Prozent weniger geworden sind, während es bei den Wohnungen, die größer als 150 Quadratmeter sind, eine Zunahme von 24 Prozent gab.

Über 3.000 Ärzte stellen Gesundheitsversorgung sicher

Zu Jahresbeginn 2016 gab es im Land Salzburg knapp 3.300 berufsausübende Ärzte, das sind um 13 Prozent mehr als 2011. Die Zahl der Fachärzte ist in diesem Zeitraum um 23 Prozent gestiegen. Betrachtet man das nicht-ärztliche medizinische Personal in Krankenanstalten, fällt auf, dass in allen Bereichen mehr als 80 Prozent der Beschäftigten weiblich sind – außer beim Sanitätshilfsdienst, wo der Frauenanteil bei rund 43 Prozent liegt.

331 Anzeigen wegen Sexualdelikten

Im Jahresdurchschnitt 2016 wurden mehr als 8.800 Personen in knapp 5.300 Bedarfsgemeinschaften in Salzburg über die bedarfsorientierte Mindestsicherung unterstützt. Dafür wurden fast 42 Millionen Euro aufgewendet, um 60 Prozent mehr als noch 2011.

25.400 Salzburger erhielten mit Stichtag 31. Dezember 2015 Pflegegeld, wobei 471 Personen Pflegegeld der Stufe 7 bezogen und damit von ständiger Betreuung abhängig waren. In den 73 Seniorenheimen und Seniorenpflegeheimen wurden zu Jahresende 2016 insgesamt mehr als 4.800 Personen betreut. Rund drei Viertel der Bewohner waren mindestens 80 Jahre alt. Zudem wurden im Jahr 2016 2.600 Personen durch eine Hauskrankenpflege und etwa 3.300 Personen durch eine Haushaltshilfe unterstützt.

Im Jahr 2016 wurden in Salzburg fast 33.200 Straftaten zur Anzeige gebracht. Von diesen richteten sich 59 Prozent gegen fremdes Vermögen und weitere 20 Prozent gegen Leib und Leben. Am geringsten war die Aufklärungsquote mit 28 Prozent bei Delikten gegen fremdes Vermögen, dagegen konnten Schuldige in fast 92 Prozent der angezeigten Handlungen gegen die Freiheit und in immerhin drei Viertel der angezeigten Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung (331 Anzeigen) überführt werden.

Über eine Million Besucher auf der Festung Hohensalzburg

Im Jahr 2015 besuchten 1.136.000 Menschen die Festung Hohensalzburg, 842.100 das Salzburg-Museum und 481.600 Mozarts Geburts- oder Wohnhaus. Es passierten 353.000 Personen den Eingangsbereich des Salzburger Zoos, im Haus der Natur zählte man 291.300 Eintritte und im Schloss Hellbrunn mit den Wasserspielen 282.000. Wichtige Kulturträger sind neben den Museen und Sehenswürdigkeiten die Salzburger Festspiele und das Salzburger Landestheater, die im Jahr 2015 beziehungsweise im Schauspieljahr 2015/2016 insgesamt 293.500 beziehungsweise 155.700 Besucherinnen und Besucher begrüßten.

In 1.759 Sportvereinen betätigten sich im Jahr 2016 rund 148.000 Mitglieder. Die 53 Ortsgruppen von Alpenverein, Naturfreunde und Österreichischem Touristenklub hatten mit 53.200 Mitgliedern um 22 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor.

 

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