Mindestens fünf Kaufangebote für Air Berlin

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Stichtag für Interessenten
Stichtag für Interessenten - © APA (dpa)
Im Rennen um die insolvente Air Berlin ist die erste Etappe beendet. Bis zum Fristende am Freitag gingen mindestens fünf Angebote für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ein, verlautete kurz vor 17 Uhr. Bieter für Teile der Airline sind neben Lufthansa, Niki Lauda/Condor, Zeitfracht auch Easyjet und der deutsche Unternehmer Utz Claassen.

Ein Angebot hatte auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl angekündigt. Ob er tatsächlich zu den Bietern zählt, war am Freitag zunächst nicht zu erfahren.

In den vergangenen Wochen war öffentlich gut ein halbes Dutzend Interessenten gehandelt geworden. Lufthansa und Niki Lauda bestätigten am Freitag, dass sie zu den Bietern zählen, nannten aber keine Details. Beide interessieren sich für Teile der Fluggesellschaft, darunter die österreichische Tochter Niki. Easyjet teilte mit, Teile des Kurzstreckenangebots übernehmen zu wollen.

Das Bieterverfahren für Teile der insolventen Air Berlin ist nun in der heißen Phase. Nach Informationen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” drohen Teilen der Belegschaft bittere Botschaften. Für das Langstreckensegment sei das Interesse möglicher Bieter erkaltet, schreibt die Zeitung (online).

Andere Quellen schrieben aber auch am Freitag der Lufthansa nicht nur Interesse an der Touristik-Tochter Niki zu, sondern auch an einem Teil der Langstreckenflugzeuge. Sie sollen für die Lufthansa-Tochter Eurowings an den Start gehen.

Der Flugzeugvermieter Aercap hat dieser Tage zehn der 17 A330-Langstreckenjets von Air Berlin zurückbeordert. Air Berlin hat daher das Aus zahlreicher Transatlanktikflüge zum 25. September verkündet. Dazu komme, so die “FAZ”, dass die Langstreckenpiloten, die für die übernommene LTU flogen, zu Spitzenverdienern in der deutschen Luftfahrt zählten.

Auf größeres Interesse stößt das Mittelstreckensegment mit der österreichischen Tochter Niki. Sie ist nicht insolvent und verfügt über eine eigene Betriebslizenz. An Niki hat der Gründer der Gesellschaft, der frühere Rennfahrer Niki Lauda, Interesse bekundet, der zusammen mit der Ferienfluggesellschaft Condor bietet. Auch für die Lufthansa-Billigmarke Eurowings ist Niki von Interesse.

Im Fall eines Zuschlags würde er eine aktive Rolle in der Airline spielen, sagte Lauda der “ZiB 1”. “Am Anfang musst du logischerweise mit dabei sein”, sagte Lauda auf Fragen, ob er selber dann operativ mit dabei wäre. Zugleich verwies er auf ein gutes Team um sich, und es gebe auch gute Leute bei Niki, die er natürlich heute noch kenne.

Zum konkreten Angebot für Niki bzw. Air-Berlin-Teile sagte Lauda am Freitagabend, im Großen und Ganzen gehe es um die 22 Niki-Flugzeuge, dann gebe es noch 14 TUI-Flugzeuge, die natürlich irgendwo im Raum stünden zwischen Air Berlin und Niki. Und “natürlich” gehe es um die Mitarbeiterübernahme. Der Partner Condor interessiert sich laut Lauda für Lang- und Kurzstreckenflüge.

British Airways hat nach Angaben von Insidern ebenfalls für Air-Berlin-Reste geboten. Demnach würden die Briten für Teile bieten, die ihnen früher gehörten, so die “FAZ”. British Airways hatte den Ableger Deutsche BA einst an den Investor Hans-Rudolf Wöhrl abgegeben, der diesen unter dem Namen DBA an Air Berlin verkaufte.

Air Berlin hat unterdessen dementiert, einzelnen Werbern längere Angebotsfristen zuzugestehen. Der chinesische Unternehmer Jonathan Pang von der Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim im deutschen Mecklenburg-Vorpommern wollte eine Fristverlängerung. Sein Anwalt Helmut Naujoks sagte, es gebe eine Fristverlängerung bis zum 21. September. Dem widersprach Air Berlin am Freitagnachmittag. “Wir haben keine Fristverlängerung gewährt”, sagte Sprecher Kunkel. “Es gelten für alle die gleichen Regeln.”

(APA/dpa)

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