Bildungsreform: Auch BMHS-Lehrer lehnen Autonomiepaket ab

Nach den AHS-Lehrern lehnt auch die Gewerkschaft der Lehrer an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) die Regierungspläne zum Ausbau der Schulautonomie ab. Dahinter steckten nämlich “vor allem strukturelle Kompetenzverlagerungen sowie weitere Einsparungsmöglichkeiten im Bildungsbereich”, heißt es in einer Resolution.

Konkret bemängeln die BMHS-Lehrervertreter eine “Degradierung der Schulpartner”. Den Mitgliedern der schulpartnerschaftlichen Gremien (Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter) würden “zentrale Entscheidungsbefugnisse genommen und dafür neue Gremien geschaffen, die nur noch beratend tätig werden können”. Abgelehnt wird auch “die Zentralisierung der Bestellung von Schulleitungen und damit das Zurückdrängen vorhandener Mitbestimmungen der Lehrerinnen und Lehrer”.

“Entschieden” wenden sich die Gewerkschafter auch gegen den Vorschlag zur Schaffung von Schulclustern im Bereich der AHS und BMHS. Sie befürchten dadurch eine Abschaffung der Abteilungsvorstände und Fachvorstände, das unterbinde jedoch eine sinnvolle Weiterentwicklung des berufsbildenden Schulsystems. “Kategorisch abgelehnt” wird die Streichung der Regelungen zu den Eröffnungs- und Teilungszahlen einer Klasse sowie der Klassenschülerhöchstzahl.

Die AHS-Lehrer hatten das Autonomiepaket ebenso scharf abgelehnt. Die Pflichtschullehrer waren in ihrer Kritik etwas gemäßigter, wandten sich aber ebenso gegen die Verlagerung der Entscheidung über die Klassenschülerhöchstzahl auf Direktoren-Ebene sowie die Einschränkung von Mitbestimmungsrechten.

Noch liegen die gesetzlichen Details für das Autonomiepaket übrigens gar nicht vor, die Entwürfe des Bildungsministeriums werden derzeit von der ÖVP geprüft. Das dürfte ob des Umfangs – insgesamt 62 Seiten an Gesetzestextänderung – laut dem in der Volkspartei für die Bildungsreform zuständigen Staatssekretär Harald Mahrer auch noch etwas dauern. Wann genau die von beiden Koalitionspartnern abgesegneten Gesetzestexte in Begutachtung gehen werden, konnte er auf Anfrage der APA nicht sagen. Man werde sich aber bemühen, das Paket wie geplant bis Weihnachten dem Ministerrat vorzulegen.

(APA)

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