Bischofshofen bastelt an Pongauer Wachablöse – Ex-Funktionär macht sich Sorgen

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Als Fast-Winterkönig in der Salzburger Liga befindet sich Bischofshofen auf dem Vormarsch im Salzburger Fußball-Unterhaus. Mit zwei Neuverplichtungen am Spielersektor und einem Hauptpartner, der vom Erzrivalen gewonnen wurde, will BSK-Boss Patrick Reiter die Vormachtstellung im Pongau erobern. Indes meldet sich ein ehemaliger Bischofshofen-Macher zu Wort.




St. Johann genoss in den vergangenen Jahren den Status als Pongaus Nummer eins. Der Verein, der unter der Regie von Josef Klingler zu einer wahren Größe in der Regionalliga West reifte, könnte mit dem möglichen Aufstieg von Bischofshofen die Vormachtstellung verlieren. “Am Spielermarkt ist St. Johann auf jeden Fall unser Konkurrent. In den Bereichen Zuschauer und Sponsoring jedoch nicht. Die Nummer eins im Pongau zu werden ist aber nicht unser vorrangiges Ziel, wir haben Größeres vor“, sagt Reiter im SALZBURG24-Interview, der mit seinen Ideen und Konzepten im Fußball-Unterhaus durchaus polarisiert.

Bischofshofen sticht Erzrivale St. Johann aus

Dass das Verhältnis zwischen den beiden Vereinen belastet ist, steht außer Frage. Hinter den Kulissen ereignete sich schon so manches Machtspiel. Vergangene Saison konnte Bischofshofen am Spielersektor einen “Sieg“ über den Nachbarn feiern. Youngster Mohamed Khalil, der im Sommer von St. Johann umworben wurde, verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre. Am Donnerstag präsentierte Reiter wie von SALZBURG24 angekündigt mit Routinier Leonardo Barnjak einen weiteren “Triumph”– der insgesamt neunte Wechsel von St. Johann zu Bischofshofen. Der Stürmer wird ab Winter beim Erzrivalen auflaufen.

Jakob Persterer, Leonardo Barnjak und Simon Schilchegger (v.l.n.r.) stoßen neu zu Bischofshofen. /SALZBURG24/Andonov ©

Sponsor von St. Johann wechselt zu Bischofshofen

Ebenso den Weg nach Bischofshofen fand Jakob Persterer. Der langjährige Sponsor und Firmengründer von Südmetall wechselte die Seite und steigt als Hauptpartner ein. “Hier werden andere Ziele verfolgt. Der nächste Schritt ist die Regionalliga”, sagte Persterer. Auch das Gerücht, dass Altenmarkts Simon Schilchegger nach Bischofshofen wechselt, bewahrheitete sich. Sollte auch Angreifer Florian Ellmer, der von St. Johann umworben wird, bleiben, wäre es insgesamt der “vierte Sieg” über den Erzrivalen.

Professionalisierung beim BSK im Vordergrund

Damit der Kurs Richtung Profi-Fußball stimmt, wird ab Jänner ein Sportmanager mit Vollzeitbeschäftigung installiert. Harald Viertlmayr, der derzeit im Trainerstab von Red Bull New York tätig ist, soll die Funktion übernehmen. “Wir wollen einen Entwickler, der im Klub eine sportliche Philosophie implementieren wird, die es im Amateurfußball bislang so nicht gegeben hat”, sagte der Ex-Judoka. Als Grundstein für einen Sportklub mit zeitgemäßer Ausrichtung sieht Reiter die Gründung seiner GmbH. “Wenn ein Profibetrieb entsteht, haben wir bereits alle Voraussetzungen erfüllt.” Der Ex-Judoka sieht im Pongau zudem ein riesiges Zuseher-Potential. “Für die Westliga reicht das Pozential bis zu 2.500 Fans, da 40.000 Personen innerhalb von 15 Minuten am Platz sein könnten”, so Reiter, der das Vereinsbudget auf 250.000 Euro anheben will.

Nachhaltigkeit als großer Sargnagel?

Im Sommer kamen Spieler aus aller Welt in die Arbeiterstadt. Durch “Surge international”, einem Sportprojekt für Flüchtlinge, holte Reiter Rodewald, Barksdale und O’Keefe nach Österreich. Nun plagen den Herbstmeister jedoch Kaderprobleme. Alle drei US-Boys sind ihm abhanden gekommen. Der Argentinier Garcia, der keinen sozialen Anschluss fand, plagt das Heimweh und wird ab Winter ebenso nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein absehbarer Einsatz von Veljkovic, der sich an der Wirbelsäule verletzte, ist auch nicht in Sicht. Reiter wird aber nicht nervös: “Nachdem wir im Sommer an 26 regionalen Spielern gescheitert sind, bieten sich nun drei Spieler pro Woche selber bei uns an. Sogar aus der zweiten und dritten Liga.”

B'hofen Zampanos: Harald Viertlmayr, Jakob Persterer und Patrick Reiter (v.l.n.r.) /SALZBURG24/Andonov Bischofshofens Zampanos: Manager Harald Viertlmayr, Sponsor Jakob Persterer und Macher Patrick Reiter (v.l.n.r.) /SALZBURG24/Andonov ©

Weiss: “BSK-Projekt zum Scheitern verurteilt”

Dass Reiter auch Gegner bei seinem Vorhaben vorfindet, ist kein Geheimnis. Ex-Trainer und ehemaliger Sportchef Hans Weiss plagen im SALZBURG24-Gespräch große Sorgen: “Das hat nichts mehr mit einem Verein zu tun. Sollte Reiter irgendwann aufhören, hätte der BSK keine Führungsperson mehr und der Verein würde zerfallen. Das ist alles zum Scheitern verurteilt.” Außerdem bekomme er Bauchschmerzen, wenn er mit ansieht, dass mit der U12 und U16 zwei Jugendmannschaften aufgelöst wurden und die Kinder zu den Nachbarn rennen müssen, um Fußball zu spielen. “Bischofshofen hat so viel Tradition, da sollte man der Öffentlichkeit zeigen, dass die Jugend an erster Stelle steht und nicht alles für die Kampfmannschaft investiert wird”, fügte Weiss an.

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