Bischofshofen überlegt gegen Spielertransfer privatrechtlich vorzugehen

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BSK-Boss Patrick Reiter kritisiert das Konstrukt des österreichischen Amateurfußballs.
BSK-Boss Patrick Reiter kritisiert das Konstrukt des österreichischen Amateurfußballs. - © Krugfoto
Die Vertragsgestaltung und rechtlichen Rahmenbedingungen im Amateurfußball führen in der Übertrittszeit häufig zu Problemen zwischen Spielern und Vereinen. Der SK Bischofshofen (BSK) überlegt nun wegen einem Transfer juristisch vorzugehen. Für den BSK grenzt das Konstrukt des österreichischen Amateurfußballs an Sinnlosigkeit.




Sehr oft stellen sich Amateurfußballer die Frage, ob und inwiefern eine unterschriebene Vereinbarung ihre Gültigkeit besitzt. Der österreichische Fußballverbund (ÖFB) hat diesbezüglich ein Regulativ erstellt, dass für die dem ÖFB angehörigen Vereine und  Spieler bestimmt ist. Darin sind alle Bestimmungen hinsichtlich Vereinswechsel oder Ähnlichem festgehalten.

Neue Transferregel ermöglich kostenlosen Wechsel

Im neuen Regulativ des ÖFB, das seit März 2017 in Kraft getreten ist, wird unter § 10 “Ausbildungs- und Förderungsentschädigung für Amateure bei einem nationalen Vereinswechsel” bei Punkt fünf folgende Bestimmung festgehalten:

  • “Für Spieler, die das 28. Lebensjahr vollendet haben, ist keine Ausbildungs- und Förderungsentschädigung zu zahlen, wobei das Alter des Spielers zum Zeitpunkt der Anzeige des Übertritts gemäß § 9 Abs 2 maßgeblich ist”

BSK-Boss Reiter stellt Vereinbarungen in Frage

Mit dieser Bestimmung wechselte Ex-Bischofshofen-Spieler Peter Mauch (29 Jahre) laut Salzburger Fußballverband regelkonform und ablösefrei nach Altenmarkt. Laut Patrick Reiter, der den BSK unter der Polysport GmbH führt, besitzt Mauch noch einen gültigen Einjahresvertrag. Dieser wurde laut dem BSK-Boss unter der Voraussetzung, dass der Spieler nur in der 1b zum Einsatz kommt, einvernehmlich aufgelöst. “Sollte Mauch bei Altenmarkt nicht in der Kampfmannschaft (Salzburger Liga, Anm.) zum Einsatz kommen, fordern wir keine Auslöse, ansonsten schon”, erklärte Reiter im SALZBURG24-Gespräch. Mauch hingegen behauptet, dass der Vertrag mündlich und schriftlich ohne Bedingungen aufgehoben wurde. “Es wurde angedacht, dass ich Altenmarkt in organisatorischen Tätigkeiten unterstützen und als Backup fungieren werde”, sagte Mauch.

Reiter: “Konstrukt des Amateurfußballs führt ad absurdum”

Sollte ein Vertrag privatrechtlich keine Gültigkeit besitzen, bräuchte man laut Reiter im Amateurfußball keine Vereinbarungen mehr ausmachen. “In solch einem Fall, wäre kein Papier mehr gültig. Das Konstrukt des Amateurfußballs führt dadurch ad absurdum”, erläuterte Reiter, der gemeinsam mit dem BSK-Vorstand und Juristen prüft, ob eine privatrechtliche Klage eingereicht werden soll. Intern sei man sich bei den Pongauern nicht ganz klar, wie die weitere Vorgehensweise aussehen wird. Fakt ist, dass Bischofshofen für einen Einsatz von Mauch in der Kampfmannschaft Geld verlangt. “Was sich die Spieler mit den Vereinen privat ausmachen geht den Verband nichts an. Für uns ist es nur wichtig, dass bei einem Wechsel das Regulativ beachtet wird”, erklärte Roman Höfer, Mitarbeiter beim Meldewesen des Salzburger Fußballverbands.

Sollte sich etwas in dieser Causa tun, wird SALZBURG24 euch am Laufenden halten.

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