Bittere Kälte in Salzburg: Alle Betten in Notschlafstellen belegt

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Die Salzburger Notschlafstellen sind im Winter voll belegt. (Symbolbild)
Die Salzburger Notschlafstellen sind im Winter voll belegt. (Symbolbild) - © APA/Helmut Fohringer/Archiv
Mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich müssen wir diese Woche in den Nächten rechnen. Viele von uns drehen einfach die Heizung hoch und kuscheln sich in eine warme Decke. Doch nicht alle Menschen in der Stadt Salzburg haben eine feste Unterkunft. Das Prekäre: Beide Notschlafstellen in der Stadt Salzburg sind ausgelastet.




So vermeldete etwa die Notunterkunft in der Linzergasse, die von Stadt und Land Salzburg finanziert wird, im Jänner eine durchschnittliche Auslastung von 88 Prozent, wie das Büro von Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) auf Anfrage von SALZBURG24 mitteilte. Im vergangenen Winter wurden von Mitte November 2016 bis Ende März 2017 insgesamt 2.404 Nächtigungen (1.892 Männer und 512 Frauen) verzeichnet. Damit lag die Auslastung des Hauses im Schnitt bei 94 Prozent, hieß es im November von der für das Sozialressort zuständigen Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ).

Notschlafstellen völlig ausgelastet

In der vergangenen Woche waren die 18 Betten meist aber komplett belegt. „Ein paar Menschen mussten leider auch abgewiesen werden“, bestätigte eine Mitarbeiterin von Schellhorn. Diese Personen würden dann an das Haus Franziskus der Caritas weiter verwiesen.

Doch auch die größte Unterkunft in der Stadt Salzburg kämpft gerade an den besonders kalten Tagen mit Überlastung. „Wir können im Moment nicht alle obdachlosen Menschen aufnehmen”, schilderte Torsten Bichler, der Leiter des Hauses. Etwa zwischen Oktober und März herrsche durchgehend Hochbetrieb.

Kälte: Nicht alle Obdachlosen finden Schlafplatz

Grundsätzlich ist das Haus im Salzburger Stadtteil Parsch für bis zu 70 Personen ausgelegt. „Mit zusätzlichen Matratzen, die auch in den Aufenthaltsräumen ausgelegt werden, können wir rund 80 Menschen eine Schlafmöglichkeit bieten“, sagt er im Gespräch mit SALZBURG24. Mehr würde die Kapazität des Hauses kaum zulassen. Denn es gehe nicht nur um einen Schlafplatz, sondern auch die Zahl der Sanitäranlagen sei beschränkt. „Wir müssen auch dafür sorgen, dass wir genügend Essen anbieten können – und das wird bei über 80 Menschen schon schwierig“, erklärt Bichler. Nicht zu vernachlässigen sei auch die Sicherheit: „Die Notausgänge müssen einfach frei bleiben.“

Und was passiert mit jenen Menschen, die weder in der Notschlafstelle in der Linzergasse, noch im Haus Franziskus einen Schlafplatz finden? „Leider kommt auch das vor“, sagt Bichler gegenüber S24. In den vergangenen Wochen wäre dies insgesamt an die 30 Mal passiert. „In solchen Fällen versuchen wir die Menschen zumindest mit Winterschlafsäcken auszurüsten, so dass sie sich ein bisschen wärmen können“, schildert er betroffen.

Winterpaket für das Haus Franziskus

Auf die bittere Kälte mit Temperaturen von bis zu minus 25 Grad in der Nacht blickt er zwiegespalten: „Viele Armutsmigranten sind wegen der extremen Kälte weitergezogen bzw. nach Hause gereist“, weiß er zu berichten, „wir hoffen jetzt einfach darauf, dass die Plätze in den kommenden Nächten ausreichen“. Am Bedarf an warmen Mahlzeiten, Schlafsäcken und Kleidung ändere dies allerdings nichts, so Bichler und weist auf die Aktion Winterpaket der Caritas Salzburg hin. Man sei über Geld- und Sachspenden sehr dankbar und auch darauf angewiesen.

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