Bluttaten in der Familie: Eine Chronologie

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Kerzen vor dem Haus in Böheimkirchen, in dem sechs Leichen gefunden wurden.
Kerzen vor dem Haus in Böheimkirchen, in dem sechs Leichen gefunden wurden. - © APA/HELMUT FOHRINGER
In den vergangenen Jahren sind in Österreich mehrfach unfassbar erscheinende Bluttaten mit Angehörigen als Opfer verübt worden. In der Regel sind die Täter männlich.

16. September 2017: Hohenems

In Hohenems (Bezirk Dornbirn) tötet ein 38-jähriger Mann seine Frau (33) sowie seine beiden vier und sieben Jahre alten Töchter und begeht Suizid. Der Mann dürfte trotz eines Betretungsverbots in die Wohnung eingedrungen sein. Tatwaffe war ersten Ermittlungen zufolge ein stumpfer Gegenstand.

11. Februar 2017: Deutsch-Wagram

Ein 36-jähriger Mann ersticht in Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) seinen 55-jährigen Vater und seine 52-jährige Stiefmutter mit einem Küchenmesser. Seine 38-jährige Frau verletzt er schwer. Der Täter wird festgenommen und im August in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

1. Dezember 2016: Böheimkirchen

In einem Haus in Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten) werden sechs Leichen gefunden. Eine Frau hat ihre drei Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren, ihre Mutter und ihren Bruder erschossen und Selbstmord verübt.

2. Oktober 2016: Wien

Ein Polizist erschießt in Wien seine schwangere Freundin und erwürgt am nächsten Tag seinen 21 Monate alten Sohn. Der 23-Jährige täuscht erst eine Abgängigkeit der jungen Frau und des Kindes vor. Der Fall wird nach mehreren Tagen geklärt, der Polizist legt ein Geständnis ab und wird im Juli 2017 noch nicht rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt.

27. März 2013: Marchegg

In Marchegg (Bezirk Gänserndorf) tötet ein Mann seine Frau und seine Tochter mit einer Schusswaffe. Dann bringt sich der 48-Jährige um. Das Einsatzkommando Cobra wird wegen einer angeblichen Geiselnahme angefordert. Als das Verhandlungsteam aber keinen Kontakt zu dem angeblich in einem Einfamilienhaus verschanzten Mann herstellen kann, verschaffen sich die Beamten Zutritt und entdecken die Leichen.

12. November 2012: Kufstein

Im Tiroler Bezirk Kufstein ersticht ein 51-jähriger Mann seine beiden 13 und 23 Jahre alten Söhne mit einem Küchenmesser und tötet sich danach selbst. Die heftige Gegenwehr der Opfer bleibt wirkungslos. Über das Motiv herrscht Rätselraten.

25. Mai 2012: St. Pölten

Ein 37-jähriger Mann kommt in der Früh in eine St. Pöltner Volksschule und holt seinen achtjährigen Sohn und dessen siebenjährige Schwester aus den Klasse. Dem Buben schießt der Mann in den Kopf. Danach flüchtet der Täter und begeht Selbstmord. Der Bub erliegt zwei Tage später seinen Verletzungen. Auslöser der Tat ist möglicherweise der Umstand, dass seine Frau wegen Gewalt in der Familie die Scheidung eingereicht hat.

1. Juli 2008: Straßhof

Ein 66-Jähriger erschießt in Straßhof (Bezirk Gänserndorf) wegen Streitereien um eine Wohnung seine Schwester und seinen Bruder sowie deren Ehepartner und ergreift die Flucht. Rund eineinhalb Monate später wird er festgenommen und schließlich zu 20 Jahren Haft verurteilt.

13. Mai 2008: Wien

Ein 39-jähriger PR-Berater tötet mit einer Axt in Wien seine 42-jährige Frau und die gemeinsame siebenjährige Tochter. Dann fährt er nach Oberösterreich und bringt im Einfamilienhaus seiner Eltern in Ansfelden seine 69-jährige Mutter um, als ihm diese die Tür öffnet. Seinen schlafenden Vater tötet er ebenso. Schließlich erscheint der Täter noch bei seinem Schwiegervater in Linz und bringt den 80-Jährigen ebenfalls mit der Axt um. Das Motiv des Mannes, der sich in der darauffolgenden Nacht der Polizei stellt: Er hat seinen Angehörigen die Schmach seines finanziellen Ruins ersparen wollen.

9. Jänner 2006: Mauerbach

Ein niederösterreichischer Frühpensionist tötet nach einem Streit mit seiner Frau in Mauerbach bei Wien beinahe seine gesamte Familie. Die älteste Tochter findet ihre vier Geschwister im Alter von sieben bis zehn Jahren erdrosselt bzw. mit durchgeschnittener Kehle. Der 50-Jährige hat zuvor seine Ehefrau krankenhausreif geprügelt und begeht nach der Tat Selbstmord.

27. März 2004: Semriach

Eifersucht auf die Ehefrau ist das Motiv einer Bluttat in Semriach bei Graz: Ein Landwirt tötet seine beiden neun-und elfjährigen Kinder sowie sich selbst. In einem Abschiedsbrief schreibt er, dass er seinen Sohn und seine Tochter in den Tod mitnehme, damit seine Frau ein glückliches Leben führen kann.

12. Oktober 1994: Amstetten

Ein 18 Jahre alter HTL-Schüler erschießt im Bezirk Amstetten mit einer Pump-Gun seine Eltern, seinen vier Jahre jüngeren Bruder und eine Tante. Dann begeht er Selbstmord, indem er mit einem Auto gegen eine Hausmauer rast. Der Bursch dürfte sich gegenüber dem Bruder benachteiligt gefühlt haben, was tiefen Hass in ihm auslöste.

(APA)

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