Boa "Amanda" ist am Freitag wohlbehütet in Salzburg angekommen. - © APA/Gindl Nach der Boa hatte in der Vorwoche in Graz ein Großaufgebot tagelang gesucht, während sie hinter einem Küchenschrank versteckt völlig ahnungslos einen verfütterten Hasen verdaute. In Salzburg erhofft man sich jetzt sogar Nachwuchs von der Schlange.
An Hunderten Besuchern vorbei wurde das 2,70 Meter lange und 18,8 Kilo schwere Weibchen in einer Plastikbox in den Reptilienzoo des Hauses der Natur gebracht. Dort erwartete Amanda eine Schar an Fotografen, Kameraleuten und Journalisten, wie man es an der Salzach eher von Festspiel-Auffahrten oder Premierenfeiern gewohnt wäre. Davon unbeeindruckt und alles andere als kamerascheu ließ die Kaiserboa das minutenlange Blitzlicht-Gewitter über sich ergehen, ehe sie in ihr neues Terrarium gehoben wurde. Dort zog sie sich bald auf einen Baum zurück.
“Sie ist nachtaktiv und wird erst, wenn alle Besucher weg sind und es dämmerig wird, mit der Erkundung ihres neuen Umfeldes beginnen”, erklärte der Leiter des Reptilienzoos, Günter Prem, der APA. Dieses bietet ein Wasserbecken, unterschiedlich temperierte Bodenflächen und auch Bäume zum Klettern, also ein Umfeld, wie es ihrer eigentlichen Heimat in Mittel- und Südamerika entspricht. Auf die Frage über die bisherigen Bedingungen des Tieres in der Glasbox in Graz kam dem Experten auch das Wort “Tierquälerei” in den Mund.
Im Nachbar-Terrarium sind zwei Kaiserboa-Männchen einquartiert. “Wenn sich Amanda das nächste Mal gehäutet hat, werden wir die Verbindungstür öffnen und dann sehen, ob es einmal Nachwuchs gibt”, sagte Haus-der-Natur-Direktor Norbert Winding. Prem hofft, dass es in einem Jahr so weit sein könnte, “Schlangen sind aber auch wählerisch bei der Partnersuche”, räumte er ein. Sollte es klappen, ist mit 30 bis 40 lebend geborenen Boas zu rechnen. Immerhin ist das Weibchen mit seinen zehn Jahren (die Lebenserwartung beträgt rund 30 Jahre) laut dem Reptilien-Kenner im besten gebärfähigen Alter.
Die Boa Constrictor Imperator – so die ganz korrekte Bezeichnung – “Amanda” war am 25. Juli verschwunden, nachdem der Besitzer in Graz dem Tier einen Hasen verfüttert hatte. Tagelang wurde in der Umgebung nach der Schlange gesucht, ehe sie in der Wohnung des 52-Jährigen hinter einem Küchenkasten gefunden wurde.
Gefressen hat das Reptil übrigens seit dem in Graz verfütterten Hasen noch nichts. “Die Verdauung dauert mehrere Wochen”, so Winding.