Bologna-Bürgermeister verteidigt Regisseur Kusej

Akt.:
Martin Kusej provoziert gerne
Martin Kusej provoziert gerne - © APA (dpa/Archiv)
Nachdem er wegen Anspielungen auf den islamistischen Terror in der Mozart-Oper “Die Entführung aus dem Serail” Ärger bekommen hat, erhält Regisseur Martin Kusej Rückendeckung vom Bürgermeister von Bologna, Virginio Merola: “Wir werden niemals die künstlerische Freiheit beschneiden.” Am kommenden Freitag (20. Jänner) ist die Premiere von Kusejs Inszenierung in der italienischen Stadt angesetzt.

Die Gemeinde Bologna ist für das Teatro Comunale verantwortlich, das die Saison mit Kusejs Oper öffnen wird. Ein Stadtratsmitglied hatte Bilder von Fahnen mit arabischem Text und IS-Anspielungen aus den Proben der Aufführung veröffentlicht, was für Polemik gesorgt hat. Doch Merola stellt sich entschlossen auf die Seite des österreichischen Regisseurs. “Ein Bürgermeister hat über den Inhalt eines Kunstwerks nichts zu sagen. Und damit ist das Thema abgeschlossen”, versicherte Merola.

Laut der Tageszeitung “Corriere della Sera” verzichtete der türkische Tenor Mert Süngü auf seinen Auftritt. Kusejs Inszenierung sei ein Affront für die “Würde einer Nation”. Kusej bestritt, dass Süngü jemals dem Cast der Oper angehört habe. “Ich habe diese Person nie getroffen. Er hat an keiner einzigen Probe teilgenommen. Er war nicht in der Lage, den neuen Text auf Deutsch zu lernen, den wir geschrieben haben”, erklärte der Regisseur. Koautor des neuen Textes ist Albert Ostermaier.

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen